Forderung

Bergbaubetroffene: Zügiger Ausstieg aus der Kohleförderung

Die Bergbaubetroffenen in Nordrhein-Westfalen dringen auf den schnellstmöglichen Ausstieg aus den Steinkohlesubventionen. Ein Sprecher des Landesverbandes der Bergbaubetroffenen (LVBB) wies am Dienstag in Düsseldorf auf die Beeinträchtigungen durch den Bergbau hin.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Der Sprecher des Verbandes, Klaus Wagner, berichtete, die Bewohner der Kohleregionen litten unter "unerträglichen Belastungen" aufgrund von Erdbeben, die durch den Kohleabbau verursacht würden, sagten Folge seien nicht nur Schäden an den Häusern, sondern auch körperliche Beeinträchtigungen durch Schlafstörungen. Der Kurs der Landesregierung, die Subventionierung so schnell wie möglich zu beenden, sei daher richtig.

Seit Beginn des Jahres habe es allein im Bereich Dorsten rund 490 durch das Bergwerk Lippe verursachte Erdstöße gegeben, so Wagner. In den Häusern wackelten die Betten, fielen die Bilder von den Wänden und die Bücher aus den Regalen. Oftmals gebe es solche Erschütterungen drei bis vier Mal in der Nacht. An einen normalen Schlaf sei nicht mehr zu denken. Ältere Menschen fühlten sich sogar an Kriegszeiten erinnert, tagsüber müsse zeitweise der Schulunterricht eingestellt werden.

Unterstützung erhielten die Bürgerinitiativen gegen den Bergbau von der Grünen-Landtagsfraktion. Fraktionsvize Reiner Priggen kritisierte die Haltung der SPD, die langfristig eine Kohleförderung aufrechterhalten wolle. Es sei ein "Horrorszenario", dass die Sozialdemokraten ihre Haltung in den Kohlegesprächen durchsetzen könnten und die CDU dann möglicherweise als Gegenleistung eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke erhielte, mahnte der Umweltpolitiker. Zugleich gebe es erhebliche rechtliche Zweifel, ob mit einem solchen Sockelbergbau der geplante Börsengang des Bergbaukonzerns RAG zu realisieren sei.

Bei einem Spitzengespräch zur Steinkohle hatten sich die Teilnehmer in der vergangenen Woche erneut nicht einigen können, ob und wann die Steinkohlesubventionen auslaufen sollen. Das Gespräch scheiterte nach Medienberichten an der Forderung der SPD nach einem Sockelbergbau. Noch im Dezember sollen die Gespräche fortgesetzt werden.