Umfrage

Berater: Wirtschaft auf Abgashandel nicht vorbereitet

Eine aktuelle Umfrage der Beratungsgesellschaft LogicaCMG hat ergeben, dass 40 Prozent der betroffenen Firmen noch gar nicht sicher sind, ob und in welchem Umfang sie am Handel mit Emissionsrechten überhaupt teilnehmen werden. 28 Prozent haben sich schon definitiv dagegen entschieden.

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Eschborn (red) - Die Beratungsgesellschaft LogicaCMG hat in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass fast die Hälfte der Unternehmen in Deutschland wie auch in den europäischen Nachbarländern auf die gesetzlichen Vorgaben für den Abgashandel ab Januar nächsten Jahres nicht ausreichend vorbereitet ist. "Damit kommen auf Fertigungsbetriebe mit hohem Kohlendioxidausstoß im nächsten Jahr möglicherweise Strafzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe zu", warnt Peter Herrmann, Chief Executive Officer (CEO) von LogicaCMG in Deutschland.

71 Prozent der von LogicaCMG befragten 250 Führungskräfte aus der Industrie fühlen sich nach eigenem Bekunden gut informiert über das Emission Trading Scheme (ETS) der Europäischen Union zum Abgashandel, aber nicht einmal die Hälfte der Unternehmen ist bislang darauf vorbereitet. Immerhin wird das Thema bei zwei Drittel der Industriebetriebe sowohl in Deutschland wie auch im europäischen Ausland auf Vorstandsebene besprochen. Über die Hälfte der Industriekapitäne in Europa sind überzeugt, dass die Neuregelung pünktlich am 1. Januar 2005 in Kraft treten wird. 19 Prozent erwarten, dass das Emission Trading Scheme ohne weitere Änderungen Geltung erlangen wird, 44 Prozent gehen von kleineren Modifikationen bis zum Inkrafttreten aus.

Durch den Handel mit Emissionsrechten können die Unternehmen je nach betrieblichen Erfordernissen ähnlich wie an einer Börse Rechte zum Ausstoß von Kohlendioxid kaufen und verkaufen. "Der Handel stellt ein effizientes Instrument zur Erreichung von Umweltzielen dar", verweist Peter Herrmann auf Erfahrungen aus den USA. Die aktuelle Umfrage von LogicaCMG hätte allerdings ergeben, dass 40 Prozent der betroffenen Firmen noch gar nicht sicher sind, ob und in welchem Umfang sie am Handel mit Emissionsrechten überhaupt teilnehmen werden. 28 Prozent haben sich schon definitiv dagegen entschieden, knapp 16 Prozent wollen aktiv in den Handel einsteigen. Fast ein Drittel der Unternehmen sind von ihren eigenen Umweltschutzmaßnahmen nicht überzeugt, so dass sie sich durch Zukäufe das Recht sichern wollen, über das vorgeschriebene Maß hinaus Kohlendioxid auszustoßen.

"Diesmal ist die Politik tatsächlich schneller als die Wirtschaft", stellt Peter Herrmann fest. "Firmen, die auf dieses Szenario nicht umfassend vorbereitet sind, entstehen unnötige Kosten und drohen eventuell hohe Strafen", gibt er der Industrie zu bedenken.