Preissteigerung

Benzinpreis erreicht Allzeit-Rekordmarke (Upd.)

Die Kraftstoffpreise in Deutschland setzen ihren ungebremsten Höhenflug derzeit fort. Diesel erreichte mit 1,540 Euro ein neues Allzeithoch, wie der Autofahrerclub ADAC am Mittwoch in München mitteilte. Im Vergleich zur Vorwoche stieg der Dieselpreis demnach um 3,3 Cent an.

Spritpreise© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

München/Essen (AFP/red) - Super E10 kostete im bundesweiten Schnitt von Marken- und freien Tankstellen 4,4 Cent mehr als in der vergangenen Woche und damit 1,692 Euro pro Liter. Dieses Allzeithoch für Benzin war bereits am Wochenende erreicht worden. Der Chef der größten deutschen Tankstellen-Kette Aral, Michael Schmidt, rechnet derweil nicht damit, dass die Benzinpreise noch einmal signifikant sinken werden.

Schuld ist vor allem der gestiegene Ölpreis

Hauptverantwortlich für den hohen Benzinpreis sei der gestiegene Ölpreis im August, erklärte der ADAC. Auch Diesel verteuerte sich im Vergleich zur vergangenen Woche deutlich: Ein Liter kostete am Donnerstag im Schnitt 1,523 Euro, 4,2 Cent mehr als vor einer Woche.

Aral-Chef Schmidt sagte den Zeitungen der WAZ-Gruppe, Benzin und Diesel würden auch in Zukunft so teuer bleiben wie aktuell. "Entscheidend ist der Rohölpreis. Ich kann derzeit nicht erkennen, dass es hier signifikante Bewegungen nach unten gibt." Schmidt ist der Europachef des britischen Mineralölkonzerns BP, der in Deutschland mit der Marke Aral auftritt.

Neue Meldestelle sorge nicht für sinkende Preise

Schmidt wies den Vorwurf zurück, die Branche nutze die Reisewelle in den Ferien für steigende Preise. "Die Aussage, vor den Ferien gebe es Preiserhöhungen, ist so richtig wie falsch. Ja, es finden Preiserhöhungen statt, aber nicht etwa, weil Ferien sind, sondern weil es ständig Preisanhebungen gibt. Ob sich die Preise dann im Wettbewerb durchsetzen, ist eine andere Sache."

Die geplante Markttransparenzstelle jedenfalls wird nach Ansicht des Managers nicht für sinkende Preise sorgen: "Als Preisbremse" werde das von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) geplante System nicht funktionieren, sagte Schmidt. "Ein solches Berichtssystem kann nicht einen Weltmarktpreis beeinflussen." Durch die neuen bürokratischen Pflichten entstünde hingegen ein höherer Verwaltungsaufwand.

Quelle: AFP