Biomasseaktionsplan

Beispielhaftes Holz-Heizkraftwerk in Betrieb genommen

In Nordrach in Baden-Württemberg wurde kürzlich ein Biomasse-Heizkraftwerk in Betrieb genommen, das Sägewerkabfälle zur Strom- und Wärmeerzeugung nutzt. Die Landesregierung sieht Biomasse als wichtigen Bestandteil erneuerbarer Energien und unterstütze deren Ausbau mit einem Aktionsplan.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - "Der Klimawandel ist die zentrale globale Herausforderung und wir müssen jetzt handeln", sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk kürzlich bei der Inbetriebnahme des neuen Biomasse-Heizkraftwerkes im Sägewerk Echtle.

Die Landesregierung Baden-Württemberg sehe in der Nutzung nachwachsender Rohstoffe einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zur Stärkung des Ländlichen Raums. Der Anteil von Biomasse bei den erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg lag im Jahr 2005 bei rund 70 Prozent, allein Holz habe einen Anteil von 50 Prozent bei den erneuerbaren Energien.

Mit dem von der Landesregierung verabschiedeten Biomasseaktionsplan "Nachwachsende Rohstoffe als Zukunftsmotor" soll der Ausbau der energetischen und stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe unterstützt werden. Durch den Plan sollen künftig unter anderem die Kraft-Wärme-Kopplung sowie innovative und umweltfreundliche Nutzungsverfahren unterstützt und die Forschung und Entwicklung zum Beispiel im Bereich der thermochemischen Vergasung von fester Biomasse vorangetrieben werden. Zusätzlich soll die gesamte Nutzung, auch die stoffliche Verwendung, weiter ausgebaut werden.

Diese Ziele würden in Nordrach beispielhaft umgesetzt. Es erfolge eine effiziente Nutzung des baden-württembergischen Biomassepotenzials, hier vor allem aus dem starken Weißtannenholz des Schwarzwaldes. Die Produktionsreste aus dem Sägewerk und der Weiterverarbeitung zu hochwertigen Produkten wie Fußbodendielen oder Massivholzplatten werde nun vor Ort zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

Das Heizkraft-Werk erzeugt durch den ORC-Prozess (Organic Rankine Cycle) Wärme und Strom. Der erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist, das erzeugte Warmwasser wird zur Trocknung des Schnittholzes im eigenen Betrieb und für benachbarte Liegenschaften verwendet. Die Anlage kann rund 1.800 Einfamilienhäuser mit Strom und 1.000 Häuser mit Wärme versorgen.