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Beim Ökostrom-Ausbau steckt der Teufel im Detail

Neben der Verlängerung der Akw-Laufzeiten will die Regierung erneuerbare Energien massiv ausbauen. Jedoch hemmen fehlende Stromleitungen und eine unausgereifte Speichertechnik den Einsatz von erneuerbaren Energien. Beim Ausbau von Ökostrom gilt es verschiedene Punkte zu beachten.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (afp/red) - Der Anteil von Strom aus alternativen Quellen lässt sich nur steigern, wenn auch das Stromnetz darauf zugeschnitten ist. Bisher lagen Kraftwerke in den meisten Fällen dicht bei den Verbrauchern in wirtschaftlichen Ballungszentren. Windparks aber liegen weit davon entfernt. Die Regierung hat in ihrem Energiekonzept deshalb ein Konzept angekündigt, das neue Infrastrukturprojekte für den Netzumbau enthalten soll.

Die Stromnetze müssen auch insgesamt besser auf die Einspeisung alternativer Stromquellen vorbereitet werden. Das Problem: Netzbetreiber sichern sich auf dem sogenannten Regelstrommarkt ihren Grundbedarf vertraglich im Voraus, was Strom etwa aus Atomkraftwerken mit berechenbarer Leistung begünstigt. Die Ökostrom Erzeugung aus Wind- oder Sonnenenergie schwankt aber kurzfristig, das vorherige Festlegen der Strommenge ist schwierig.

Ökostrom Produzenten sollen neben der festen Vergütung nach dem Energieeinspeisegesetz eine "Marktprämie" erhalten, wenn sie ihren Strom je nach Nachfrage kurzfristig anbieten können. Das soll sie motivieren, mit den Netzbetreibern neue Ideen für die Zwischenspeicherung zu entwickeln und das Einspeisen der Erneuerbaren berechenbarer zu machen.

Neue Speichertechnologien

Die Bundesregierung will laut ihrem Energiekonzept die Mittel für die Forschungen um 300 Millionen Euro im Jahr aufstocken. Ein Kernbereich dabei ist die Entwicklung neuer Speichertechnologien. Dazu gehört die Weiterentwicklung der Speicherkapazitäten unter anderem für die Batterien der Elektroautos. Fünf Millionen dieser Fahrzeuge sollen bis 2030 hierzulande unterwegs sein. Entscheidend für den Erfolg von Elektroautos ist aber vor allem die Menge an Energie, die ihre Batterien speichern können. Bei der Akku-Technologie gibt es nach Angaben von Experten noch erheblichen Verbesserungsbedarf.

Wärmedämmung und Gebäudesanierung

Bis 2050 will die Regierung den CO2-Ausstoß durch Wohnen auf Null reduzieren. Bislang entfallen auf Warmwasseraufbereitung und Heizung 40 Prozent der in Deutschland verbrauchten Energie, wodurch ein Drittel der CO2-Emissionen entstehen. Die für 2012 geplante neue Energieeinspar-Verordnung soll einen Fahrplan enthalten, auch den Altbestand schrittweise an den neuen Standard heranzuführen. Als Hebel sollen laut Energiekonzept steuerliche Boni wirken. Daneben plant die Bundesregierung ein ganzes Bündel weiterer Förderprogramme.

Allerdings hat die Regierung gerade erst im Rahmen ihrer Sparbeschlüsse angekündigt, die Mittel für Städtebauförderung und CO2-Sanierungsprogramme ab 2011 um die Hälfte auf etwa 300 Millionen Euro zu kürzen. Nach heftiger Kritik von Ländern und Kommunen soll es künftig wieder 200 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich für ein Marktanreizprogramm geben.