Preiserhöhung

Bei neuen Tarifen zahlen Stromsparer drauf

Eigentlich sollte Energiesparen belohnt werden, aber das finden anscheinend nicht alle Versorger. In Österreich haben zwei Stromanbieter ihr Tarifangebot so geändert, dass Wenig-Verbraucher deutlich mehr für die Kilowattstunde zahlen als Kunden mit einem hohen Stromverbrauch. Man rechtfertigt sich damit, dass man sozial Schwache unterstützen wolle.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Graz (red) - Energie Steiermark und Energie Graz erhöhen zum 1. März die Strompreise und stellen gleich das ganze Tarifsystem um. Von derzeit drei Tarifen für den unterschiedlichen Verbrauch schrumpft das Angebot auf nur noch einen Tarif für alle - und das ist ungünstig für Wenigverbraucher.

Beim bisherigen Tarifsystem, wie die Kleine Zeitung ausführt, werden Grundgebühr und Kilowattstunde teurer, wenn der Verbrauch steigt. Stromsparer und Wenigverbraucher mit unter 2000 kWh pro Jahr werden so mit günstigeren Preisen belohnt.

Strompreise steigen für Wenigverbraucher am stärksten

Das neue System aber kehrt die Staffelung um. Der Einheitstarif "E-Privat Plus" (Energie Steiermark) beziehungsweise "Select Home" (Energie Graz) hat einen einheitlichen Grundpreis für alle, die Kilowattstunde ist aber günstiger, wenn man mehr verbraucht. Wie die Kleine Zeitung berechnet hat, kommt eine Steigerung von 3,7 oder 3,8 Prozent auf Kunden zu, die einen Verbrauch von 4500 kWh haben (etwa ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt). Wer nur 2000 kWh verbraucht, zahle 5,6 oder 5,8 Prozent mehr, je nach Versorger. Lässt man Fixkosten und Steuern außer Acht, ist der Unterschied noch deutlicher.

Sozial Schwachen soll geholfen werden

Wie ein Sprecher von Energie Steiermark erklärte, soll mit dem vereinfachten Tarif sozial Schwachen geholfen werden, da diese oftmals einen höheren Verbrauch hätten als Besserverdienende. Dass Verbraucher, die Strom sparen, hier benachteiligt werden, findet beispielsweise die Grazer KPÖ nicht in Ordnung. Das sei "das völlig falsche Signal", so die KP-Stadträtin Elke Kahr. Die Konzerne wollten den Verbrauch ankurbeln statt Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen.