szmtag
27.01.2012, 11:58 Uhr

Strom-News

Preiserhöhung

Bei neuen Tarifen zahlen Stromsparer drauf

Eigentlich sollte Energiesparen belohnt werden, aber das finden anscheinend nicht alle Versorger. In Österreich haben zwei Stromanbieter ihr Tarifangebot so geändert, dass Wenig-Verbraucher deutlich mehr für die Kilowattstunde zahlen als Kunden mit einem hohen Stromverbrauch. Man rechtfertigt sich damit, dass man sozial Schwache unterstützen wolle.

Strompreise

Graz (red) - Energie Steiermark und Energie Graz erhöhen zum 1. März die Strompreise und stellen gleich das ganze Tarifsystem um. Von derzeit drei Tarifen für den unterschiedlichen Verbrauch schrumpft das Angebot auf nur noch einen Tarif für alle - und das ist ungünstig für Wenigverbraucher.

Beim bisherigen Tarifsystem, wie die Kleine Zeitung ausführt, werden Grundgebühr und Kilowattstunde teurer, wenn der Verbrauch steigt. Stromsparer und Wenigverbraucher mit unter 2000 kWh pro Jahr werden so mit günstigeren Preisen belohnt.

Strompreise steigen für Wenigverbraucher am stärksten

Das neue System aber kehrt die Staffelung um. Der Einheitstarif "E-Privat Plus" (Energie Steiermark) beziehungsweise "Select Home" (Energie Graz) hat einen einheitlichen Grundpreis für alle, die Kilowattstunde ist aber günstiger, wenn man mehr verbraucht. Wie die Kleine Zeitung berechnet hat, kommt eine Steigerung von 3,7 oder 3,8 Prozent auf Kunden zu, die einen Verbrauch von 4500 kWh haben (etwa ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt). Wer nur 2000 kWh verbraucht, zahle 5,6 oder 5,8 Prozent mehr, je nach Versorger. Lässt man Fixkosten und Steuern außer Acht, ist der Unterschied noch deutlicher.

Sozial Schwachen soll geholfen werden

Wie ein Sprecher von Energie Steiermark erklärte, soll mit dem vereinfachten Tarif sozial Schwachen geholfen werden, da diese oftmals einen höheren Verbrauch hätten als Besserverdienende. Dass Verbraucher, die Strom sparen, hier benachteiligt werden, findet beispielsweise die Grazer KPÖ nicht in Ordnung. Das sei "das völlig falsche Signal", so die KP-Stadträtin Elke Kahr. Die Konzerne wollten den Verbrauch ankurbeln statt Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen.

© 2001-2013 strom-magazin.de

Diesen Artikel empfehlen

Der Newsletter von Strom-Magazin.de

Ähnliche Nachrichten zur News "

Bei neuen Tarifen zahlen Stromsparer drauf

"
  • Nur durch Strom sparen gelingt die Energiewende
    Stromrechnung Nur jeder Dritte kennt die genaue Höhe seiner Stromkosten. Damit weiß die Mehrheit nicht, wie viel Geld sie überhaupt für Strom ausgibt. Das ergab eine Umfrage der Initiative EnergieEffizienz. Durch Strom sparen kann man sich gegen steigende Stromkosten wappnen. Nützliche Tipps finden Sie hier.
  • Wie Klimaschutzmanager beim Energiesparen helfen
    Geld Kommunale Klimaschutzmanager sollen den baden-württembergischen Städten und Gemeinden bei der Energieeinsparung helfen. Dabei greifen die Experten auch auf unkonventionelle Ideen zurück wie etwa die, städtische Büroräume weniger stark zu beheizen.
  • Ökostrom von LichtBlick wird zum März teurer
    Lichtblick Der Energieanbieter LichtBlick erhöht zum 1. März 2012 den Preis für Ökostrom um etwa zwei Prozent. Grund für die Erhöhung sind laut Lichtblick steigende Netznutzungsentgelte und die neue Umlage, die energieintensive Unternehmen entlastet. Man gebe aber nur einen Teil der Mehrkosten weiter, da die Einkaufspreise gesunken seien. Ökostrom von LichtBlick ist nach dem ok-power-Label zertifiziert.
  • Mainova erhöht Strom- und Gaspreise ab März
    Mainova;Logo Der kommunale Energieversorger Mainova hat für März eine Erhöhung seiner Strom- und Gaspreise angekündigt. Als Gründe für die Preiserhöhungen gibt Mainova höhere Netzentgelte und Beschaffungskosten an. Hinzu kämen seit 1. Januar eine neue staatliche Umlage zulasten von Privat- und Kleingewerbekunden und die steigende EEG-Umlage.
  • Kühler Sommer und milder Winter dämpfen den Stromverbrauch
    Sonne Der Stromverbrauch in Deutschland ist im vergangenen Jahr nahezu stabil geblieben, während die Stromerzeugung leicht gesunken ist. Das geht aus ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor, die der Verband am Mittwoch in Berlin vorlegte.
Strompreise
Strom-Infos
Strom kündigen
Ratgeber und Infos
?>