Energieeffizienz

Bei Heizkörperverkleidungen hat die Funktion den Vorrang

Ältere und schmucklose Heizkörper werden oft als Schandfleck in einem ansonsten geschmackvoll eingerichteten Zimmer empfunden. Oft hilft eine neue Lackierung oder eine Heizungsverkleidung. Jedoch sollte man beachten, dass eine falsch angebrachte Verkleidung auch einen Wärmeverlust auslösen kann.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Stuttgart/Köln (ddp/sm) - Im Zeichen der Energieeffizienz sollte bei der Heizkörperverkleidung einiges beachtet werden, mahnt Joachim Stimpel, Leiter der Heizkörperprüfung beim Institut für Gebäudeenergetik an der Uni Stuttgart. Denn eine solche Heizkörperverkleidung kann den Wärmefluss behindern, wenn sie falsch entworfen und angebracht ist.

"Bei alten Heizkörpern beruht der Wärmetransport noch auf Konvektion", erklärt der Prüfexperte. Die Luft wird erwärmt, steigt nach oben, kühlt ab und strömt zur Wärmequelle zurück. Daher muss eine Heizkörperverkleidung sowohl unten als auch oben - sofern er dort abgedeckt ist - auf voller Breite mindestens zehn Zentimeter Platz für die Luftzirkulation lassen. "Ein auf diese Weise erzielter Kamineffekt kann die Wärmeleistung gegenüber einer unverkleideten Heizung sogar noch steigern", versichert Stimpel.

Neuere Heizkörper verbreiten nicht nur Konvektionswärme, sondern auch Strahlungswärme, die nach vorn in den Raum strahlt. Die Front einer Heizkörperverkleidung müsse daher für Strahlungswärme durchlässig sein und möglichst grobe Gitter oder Stäbe haben, erläutert der Fachmann. Metallfronten geben nach einer Aufheizzeit Strahlungswärme weiter; Holz tut dies weniger gut, ebenso die oft verwendeten Rohrgeflechte. Wer lackiertes Holz verwendet, sollte darauf achten, dass der Lack keine metallischen Anteile hat, denn diese fangen Strahlungswärme ab.

Eine besonders kostengünstige und dekorative Lösung für alte, auf Konvektion basierende Heizkörper empfiehlt der Kölner Produkt-Designer Maik Heide-Jensen: "Wer an den vier Ecken des Heizkörpers lange Gewindeschrauben in die Wand setzt, kann daran eine Abdeckplatte befestigen. Diese muss natürlich ausreichenden Abstand zum Heizkörper haben." Als Material rät Heide-Jensen zu farbigem oder milchig-weißem Acrylglas, welches man zusätzlich von hinten beleuchten kann. Acrylglas habe den Vorteil, dass man es mühelos durchbohren und montieren kann. Möglich ist nach Angaben des Profi-Heimwerkers auch der Einsatz von japanischem Papier oder Kunststoff-Waben, die es in einigen Baumärkten und Möbelhäusern gibt: "Zur Befestigung muss man sich dann aber einen Holzrahmen bauen."