Bessere Sicherheitsvorkehrungen

Behörden fordern Nachbesserungen am Atomreaktor EPR

Der Europäische Druckwasserreaktor (EPR) muss aus Sicherheitsgründen nachgerüstet werden. Die Aufsichtsbehörden Frankreichs, Großbritanniens und Finnlands forderten am Montag in einer gemeinsamen Erklärung, dass das ursprüngliche Konzept "verbessert" werden müsse.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Die Kontrollsysteme des derzeit in Frankreich und Finnland im Bau befindlichen Atomreaktors der dritten Generation genügten nicht den Anforderungen, hieß es. Der EPR gilt als leistungsfähiger und war bisher auch als sicherer als bisherige Atomkraftwerke gepriesen worden. Frankreich, das rund vier Fünftel seines Stroms in Atomkraftwerken erzeugt, will damit alte Kraftwerke ersetzen und setzt große Hoffnungen in den Export der Technik. Derzeit wird ein EPR-Reaktor in Flamanville am Ärmelkanal gebaut. Der erste EPR-Reaktor überhaupt entsteht in Finnland, seine für 2009 vorgesehene Fertigstellung verzögert sich fortwährend.

E.ON und RWE am EPR beteiligt

Hinter dem EPR stehen außer den französischen Stromkonzernen EDF und Areva unter anderem auch die deutschen Unternehmen E.ON, RWE und Siemens. In Großbritannien will EDF vier EPR-Reaktoren bauen, im südchinesischen Taishan sollen nach den Plänen von Areva und EDF zwei EPR-Reaktoren entstehen.

Bau trotz Mängel schon vor Jahren genehmigt

Das französiche Atomausstiegsbündnis Sortir du nucléaire sieht durch die nun aufgedeckten Mängel die Kompetenz und Zuverlässigkeit der Atomaufsicht ASN "zutiefst in Frage gestellt". Laut Sortir du nucléaire wurde der Fehler durch die britische Atomaufsicht entdeckt, nachdem Areva und EDF wegen des geplanten Baus von EPR-Kraftwerken in Großbritannien eine Prüfung bei der Behörde beantragt hätten. Während der britischen Behörde die "schweren Mängel" anhand der Kraftwerkspläne sofort aufgefallen seien, habe die französische Atomsicherheitsbehörde ASN den Bau der EPR-Kraftwerke in Finnland und Frankreich vor Jahren ohne Einwände genehmigt.