Widersprüchlich

BEE zur Arbeitsplatzstudie erneuerbare Energien: Handwerklich miserables Gutachten

Der Bundesverband Enerneuerbare Energie (BEE) kann das Gutachten des Bremer Energie Instituts, von dem gestern "Der Tagesspiegel" berichtete, nicht ernstnehmen. Die Mängel seien so offensichtlich, dass wohl kaum jemand darauf reinfallen wird, heißt es als Reaktion aus Paderborn.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Paderborn (red) - Als "handwerklich miserabel und in sich widersprüchlich" weist der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) das Arbeitsplatzgutachen des Bremer Energie Institutes zurück. "Im ersten Teil des Gutachtens wird behauptet, die Jobzahlen insbesondere in der Windindustrie seien geringer als von der Branche behauptet. Im zweiten Teil rechnen die Gutachter aber mit Zahlen, die noch über den Angaben des Bundesverbandes Windenergie liegen", kommentiert BEE-Sprecher Milan Nitzschke.

Zur Behauptung der Gutachter, die Kosten für erneuerbare Energie belasteten die Volkswirtschaft so stark, dass an anderer Stelle mehr Arbeitsplätze verloren gingen, erklärt der BEE: "Damit die Gutachter zu dieser Behauptung kommen konnten, haben sie den Wert des Stromes aus erneuerbaren Energien künstlich kleingerechnet." So werde Windstrom vom Bremer Energie Institut nur mit einem Cent je Kilowattstunde bewertet, während der Strommarktpreis gegenwärtig bei über drei Cent pro Kilowattstunde liegt und steigt. "Mit dieser Rechnung isoliert sich das Bremer Institut von allen renommierten Instituten in Deutschland", so Nitzschke. "Hätten die Gutachter beispielsweise mit dem Strompreis an der Leipziger Strombörse gerechnet, wären sie sofort zu positiven Beschäftigungseffekten gekommen - das wird im Gutachten sogar explizit eingeräumt. Damit sind die Schlussfolgerungen im Gutachtentext schlicht hinfällig."

Nitzschke abschließend: "Die Lancierung eines solchen Gutachtens zu einem Zeitpunkt, zu dem in Berlin die Beratungen zu wichtigen Energiegesetzen laufen, ist der hilflose Versuch, die Erfolgsgeschichte der erneuerbaren Energien klein zu reden. Die Mängel sind aber so offensichtlich, dass wohl kaum jemand auf darauf reinfallen wird."