Fahrlässig

BEE zu Wissmann-Äußerungen in FTD: CDU-Aussagen gefährden Wachstumsbranche

Der Bundesverband Erneuerbare Energien hat heute auf Äußerungen des CDU-Politikers Matthias Wissmann in der Financial Times Deutschland reagiert. Die Kosten in Höhe von 13 Milliarden Euro, die Wissmann aus dem Hut zaubere, seien etwa um den Faktor zwölf zu hoch. Zudem handele er extrem fahrlässig und gefährde besonders kleine und mittelständige Unternehmen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach Auffassung von Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), lassen sich die Gegner der erneuerbaren Energien jeden Tag neue Zahlen einfallen, mit denen sie angebliche Mehrkosten nachweisen wollen. Jetzt hätte Matthias Wissman, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, in einem Interview mit der Financial Times Deutschland Kosten in Höhe von 13 Milliarden Euro im Jahr 2010 ausgegraben.

Obwohl die Zahl aus einer Studie der Deutsche Bank Research stammt, würde die Deutsche Bank darunter alle Vergütungen für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die Steuerbefreiung für biogene Treibstoffe und die Kraft-Wärme-Kopplung zählen. Zudem hätte Wissmann Mark mit Euro verwechselt, ist sich Lackmann sicher. Denn seiner Meinung nach ist der Wert um den Faktor zwölf zu hoch. "Tatsächlich können 2010 EEG-Vergütungen von 2,6 bis drei Milliarden Euro pro Jahr erreicht werden. Dem stehen Einsparungen von etwa 1,5 bis zwei Milliarden Euro für die vermiedenen herkömmlichen Energieträger und Netzkosten gegenüber", rechnet Lackmann vor. Die angeblich für die deutschen Stromkunden untragbaren Kosten der Förderung erneuerbarer Energien würden heute etwa 0,1 Cent pro Kilowattstunde und im Jahr 2010 etwa 0,2 Cent pro Kilowattstunden betragen.

"Wer hier mit falschen Zahlen hantiert, handelt extrem fahrlässig angesichts eines der stärksten Wachstumsmärkte in Deutschland, der heute schon über 130 000 Menschen beschäftigt. Betroffen von Einschnitten, wie sie Herr Wissmann ankündigt, wären vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, denen die derzeitige EEG-Förderung die ausreichende Investitionssicherheit gibt", bewertet Lackmann die Äußerungen des Politikers.