Standpunkt

BEE: Stromversorger zocken Haushalte ab

Die Erneuerbare-Energien-Branche wehrt sich vehement dagegen, von der traditionellen Energiewirtschaft als Grund für demnächst stattfindende Strompreiserhöhungen abgestempelt zu werden. Vielmehr sei es "grober Unfug", dass den Stromunternehmen Mehrkosten aus der Erzeugung von Ökostrom entstünden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Paderborn (red) - Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) ist fest davon überzeugt, dass die Stromversorger ihre Kunden abzocken. Eine halbe Milliarde Euro hätten sie bereits zuviel für Strom aus erneuerbaren Energien abgerechnet, monierte BEE-Präsident Johannes Lackmann und reagierte damit auf die Ankündigungen neuer Strompreiserhöhungen.

"In 2003 sind 233 Millionen Euro zuviel von den Kunden abgerechnet worden. Im Jahr 2004 werden es etwa 270 Millionen Euro sein", konkretisiert Lackmann seine Anschuldigungen. Bei den Produzenten von Ökostrom käme davon nichts an. Stattdessen schiebe die Elektrizitätswirtschaft diesmal die Verantwortung auf eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Lackmann: "Das ist grober Unfug. In der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sind die Vergütungen beispielsweise für Strom aus Windkraft gesenkt worden. Jedes Jahr sinken die Kosten für Ökostrom während die Preise für Strom aus Kohle, Gas und Atom steigen."

Laut Lackmann ist der weitere Ausbau erneuerbarer Energien ohne steigende Mehrkosten machbar. "Dafür senken wir aber Umweltkosten, reduzieren Energieimporte und sparen Milliardensubventionen für die alten Energien." Anstelle von Preiserhöhungen fordert der BEE jetzt Rückerstattungen an die Stromkunden. Lackmann: "Während der Verband der Netzbetreiber für das Jahr 2003 seine Kostenprognosen mehrfach nach unten korrigiert hat, haben die Stromhändler davon nichts an die Kunden weitergegeben. Zudem rechnen sie weiterhin mit nachprüfbar viel zu hohen Differenzkosten zwischen EEG-Strom und konventionellem Strombezug. Wenn wir eine funktionierende Strompreisaufsicht hätten, würden die Preise gesenkt und nicht erhöht werden."