Erneuerbare auf dem Vormarsch

BEE kritisiert Energielücke als Angstkampagne

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) kritisiert Warnungen vor einer Stromlücke als "Angstkampagne", die das Ziel habe, AKW-Laufzeiten zu verlängern und kostenlose CO2-Zertifikate zu bekommen. "Erneuerbare Energien werden die Versorgungssicherheit gewährleisten", sagte BEE-Präsident Dietmar Schütz.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Im Rahmen des Energiegipfels der Bundeskanzlerin hatten die Unternehmen der Erneuerbaren-Branche zugesagt, dass bis 2020 in Deutschland mehr als 200 Milliarden Euro in Erneuerbare Energien investiert werden. Davon fließt mehr als die Hälfte in den Stromsektor. Das ist ein Vielfaches der Investitionen, die von der konventionellen Energiewirtschaft für diesen Bereich angekündigt worden sind.

Die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien sei zuletzt pro Jahr um mehr als 10 Milliarden Kilowattstunden gewachsen, das entspreche der Jahresproduktion von ein bis zwei konventionellen Großkraftwerken. Nach dem Ausbauszenario des BEE werden im Jahre 2020 mehr als 35 Prozent des deutschen Stromverbrauchs mit Erneuerbaren Energien abgedeckt, im Wärmesektor können Erneuerbare dann mindestens 20 Prozent des Bedarfs abdecken.

Änderungen am EEG gefordert

Von der Bundesregierung fordert der Verband, die EEG-Novelle den Preisentwicklungen auf den Rohstoffmärkten anzupassen und so ein weiteres Wachstum von Wind- und Wasserkraft, Bio- und Solarenergie sowie Erdwärme zu ermöglichen. "Die aktuellen Vergütungen sind im Jahr 2004 festgelegt worden. Wir brauchen jetzt eine moderate Anpassung, um die von den Herstellern nicht beeinflussbaren Preissteigerungen bei Stahl, Kupfer und anderen Rohstoffen zumindest teilweise zu kompensieren", so Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie.

Die Bioenergie sei zusätzlich den Preissteigerungen auf den Weltagrarmärkten ausgesetzt, darum seien die Parlamentarier aufgefordert, an der im Regierungsentwurf des EEG vorgeschlagenen Anpassung des Bonus für Nachwachsende Rohstoffe (NawaRo-Bonus) festzuhalten. Zum Thema Solarenergie fordert der Verband, die im EEG verankerte Solarförderung nicht zu schnell zu reduzieren. Die Solarwirtschaft stehe einer maßvollen Degression nicht im Wege, die im Entwurf vorgesehene schnelle Rückführung der Vergütung um bis zu 9,8 Prozent sei aber für eine Vielzahl der Solarunternehmen jedoch Existenz bedrohend.

Ein Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz würde zudem dafür sorgen, Öl und Gas im Heizungskeller durch regenerative Energien zu ersetzen. Dann stehe mehr Gas zur Stromerzeugung zur Verfügung, ohne die Importabhängigkeit zu erhöhen, so der BEE.