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BEE fordert Ausbau erneuerbarer Energien

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hat einen deutlichen Ausbau alternativer Energiequellen gefordert. Die hohe Abhängigkeit Deutschlands von teuren Energieimporten lasse sich durch einen Mix heimischer Träger wie Sonnen-, Wind- oder Wasserenergie jährlich um zwei Prozent reduzieren.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Potsdam (ddp/sm) - Nur so könne eine bezahlbare Energieversorgung langfristig gesichert und das Klimaproblem gelöst werden, so der Verband am Montag in Berlin.

Der BEE warnte die Bundesregierung davor, ins "fossil-nukleare Zeitalter" zurückzufallen. Stattdessen müsse der Technologievorsprung bei den erneuerbaren Energien auch aus wirtschaftlichen Gründen genutzt werden. Die Branche verfüge über Schlüsseltechnologien mit gewaltigem Exportpotenzial, mit denen sich ein "Wirtschafts- und Jobmotor sondergleichen" aufbauen lasse. So könnten mit deutschen Technologien für erneuerbare Energien das Exportvolumen der Autoindustrie erreicht und 500 000 neue Jobs im Land geschaffen werden.

Den Angaben zufolge exportiert die Branche derzeit jährlich Technologien im Wert von vier Milliarden Euro. Bis 2020 könne die Ausfuhr auf über 50 Milliarden Euro gesteigert werden.

Die Landeschefin der Grünen in Brandenburg, Katrin Vohland, empfahl den Verbrauchern am Montag in Potsdam "grünen Strom", der zu einem großen Anteil aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Die Grünen unterstützten damit die von einem bundesweiten Aktionsbündnis aus Umweltverbänden gestartete Kampagne "Atomausstieg selber machen". Dabei werde über die Möglichkeiten des Umsteigens und Ökostromanbieter informiert.

Vohland betonte mit Blick auf Forderungen von Energiekonzernen nach einer Laufzeit-Verlängerung für Atomkraftwerke, die großen Energieversorger verließen den vor sechs Jahren beschlossenen Atomkonsens. Die Mehrheit der Bevölkerung wolle jedoch den Ausstieg aus der Atomenergie. Deshalb sollten die Verbrauchern den Konzernen ihre Macht als Kunden verdeutlichen und auf Ökostrom umsteigen.

An den Gefahren der "Risikotechnologie Kernkraft" habe sich seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor zwei Jahrzehnten nichts geändert, unterstrich Vohland. Zudem sei die Frage, wohin mit dem für Jahrtausende strahlenden Atommüll, weiter ungeklärt. Atomkraft sei weder billig noch ein dauerhafter Garant für die Energieversorgung.

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