Vier Milliarden DM zu viel gezahlt

BEE: Elektrizitätswirtschaft manipuliert Strompreise

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) ist überzeugt davon, dass der VDEW die Stromversorger zu unbegründeten Preiserhöhungen anstiftet. Dies ginge aus den neuesten Darstellungen des Verbandes hervor.

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"Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) stiftet die Stromversorger zu unbegründeten Preiserhöhungen an." Mit dieser Aussage kritisiert der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) vehement die jüngsten Darstellungen der Vereinigung. In einer Mitteleiung Anfang dieser Woche sei den Mitgliedsunternehmen eine weitere Preiserhöhung um etwa sechs Prozent nahegelegt worden. Wie bereits bei der Preiserhöhung im vergangenen Jahr würden wiederum die neuen Fördergesetze der Bundesregierung für Erneuerbare Energie (EEG) und die Kraft-Wärmekopplung (KWKG) als Kostengründe benannt.

Ein Gutachten der Aachener Ingenieurgesellschaft BET vom Mai diesen Jahres belege hingegen, dass die beiden Fördergesetze sich seit ihrer Einführung im letzten Jahr nur mit 0,37 Pfennig Mehrkosten pro Kilowattstunde auf die Preise der Stromkunden im kommenden Jahr auswirken, führt der BEE aus. Falsche Vorgaben des VDEW hätten bereits im Jahr 2000 zu Preiserhöhungen um durchschnittlich 1,2 Pfennig geführt. Das haben BEE-Recherchen ergeben. Nach Abschätzung des BEE wurden die deutschen Stromverbraucher allein in diesem Jahr durch unsachgemäße Preisberechnungen mit vier Milliarden DM zuviel belastet. Die im BEE zusammengeschlossenen Wirtschaftsverbände befürchten deshalb, dass die Strombranche im kommenden Jahr den Missbrauch der Fördergesetze für unbegründete Preiserhöhungen auf die Spitze treiben wird, um den neuen Energien bewusst zu schaden. "Klimaschutz ist nicht zum Nulltarif zu haben, führt jedoch keinesfalls zu untragbaren Kostensprüngen. Mit überhöhten Preisforderungen will die Elektrizitätswirtschaft dem Image erneuerbarer Energien bewusst schaden", so BEE-Präsident Johannes Lackmann. Der BEE fordert die Bundesregierung und die Tarifaufsichten der Bundesländer auf, Verbraucher zukünftig vor unbegründeten Kostensteigerungen besser zu schützen.