Stellungnahme

BEE: Chemieindustrie profitiert vom EEG

In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sieht der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Werner Wenning, bei den erneuerbaren Energien eine Mitschuld an den hohen Stromkosten. Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE), wies dies entschieden zurück.

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Berlin (red) - Lackmann stimmte zwar mit Wenning darüber überein, dass der fehlende Wettbewerb zwischen den Energieversorgern zu hohen Energiepreisen und damit gestiegenen Produktionskosten führt. Die Schuldzuweisung an die erneuerbaren Energien sei allerdings ein "unhaltbarer Vorwurf".

Die Mitglieder des VCI seien im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) unter die Härtefallregelung gefallen und würden mit der jetzigen Novellierung um einen weiteren dreistelligen Millionenbetrag entlastet. "Die chemische Industrie beteiligt sich mit der neuen Härtefallregelung nur noch minimal an der Finanzierung der Umweltschäden, die aus ihrem Energieverbrauch resultieren", so Lackmann.

Zudem profitiere die chemische Industrie vom Boom der regenerativen Energien, da diese einen Absatzmarkt für die chemische Grundstoffindustrie böten. Und an der Leipziger Strombörse könne die preisdämpfende Wirkung beispielsweise an Tagen mit einer hohen Windstrom-Einspeisung an entsprechend niedrigeren Preisen abgelesen werden.

Lackman betonte, dass der Ausbau erneuerbarer Energien die Industrie bis 2012 um etwa 4,2 Milliarden Euro entlaste. Durch das EEG würden in diesem Zeitraum etwa 52 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart. Ansonsten müsste die Industrie nämlich Kohlendioxid-Zertifikate für diese Menge einkaufen.