Neue AKW in Großbritannien

Beckstein will Atomausstieg korrigieren - Gabriel bleibt dabei

Angesichts der Entscheidung Großbritanniens zum Bau neuer Kernkraftwerke fordert Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) eine Korrektur des deutschen Atomausstiegs. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht jedoch "keinen Anlass", den Atomausstieg zu überdenken.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

München/Berlin (ddp/sm) - "Die ehrgeizigen Klimaziele sind bei einem Ausstieg aus der Kernkraft auch nicht annähernd zu erreichen", sagte Beckstein. Die anderen europäischen Länder hätten das längst erkannt. "Nur in Deutschland bremsen da noch die roten und grünen Ideologen", kritisierte der Ministerpräsident.

Er schlägt vor, die Restlaufzeiten für die deutschen Atommeiler zu verlängern und im Gegenzug einen Teil der dadurch erzielten Gewinne in die Forschung und den Ausbau der Erneuerbaren Energie fließen zu lassen. Dazu wolle er die Kraftwerksbetreiber verpflichten.

Bundesumweltminister Gabriel bleibt jedoch bei seiner Meinung zum Atomausstieg. "Im Gegensatz zu Großbritannien, wo die Entwicklung verschlafen wurde, haben wir für den Ausbau erneuerbarer Energien gesorgt. Wir haben deshalb eine echte Alternative zur Kernenergie", sagte er gegenüber dem "Tagesspiegel". Bis zum Jahr 2020 könne Deutschland den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf 30 Prozent steigern, sagte der SPD-Politiker.