Teurer Emissionshandel

BDI warnt Kanzlerin vor überzogener Klimapolitik

Die deutsche Industrie ist in Sorge über die europäische Klimapolitik. BDI-Chef Jürgen R. Thumann kritisierte nach einem Vorabbericht der Süddeutschen Zeitung" in einem Schreiben an Kanzlerin Merkel, vor allem die geplanten Verschärfungen des EU-weiten Emissionshandels bedrohten die Wettbewerbsfähigkeit.

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München (ddp/sm) - Bei energieintensiven Betrieben seien existenzielle Gefährdungen nicht auszuschließen. Die von der Bundesregierung festgelegten Eckpunkte ihrer Position seien von der Industrie teils mit Zustimmung, teils mit erheblicher Kritik aufgenommen worden, schrieb Thumann. Allein beim Emissionshandel fürchte die Industrie milliardenschwere Lasten. Von 2013 an wolle die EU-Kommission die Kohlendioxid-Zertifikate größtenteils versteigern. Dies könnte die Stromkosten energieintensiver Industrien deutlich heben.

Anders als in Staaten wie Frankreich, Österreich oder Schweden erzeugt Deutschland seinen Strom zum großen Teil aus Kohle, also mit hohen Emissionen. Nationale Besonderheiten spielten aber mit den Brüsseler Klimaplänen künftig kaum eine Rolle mehr, kritisierte der BDI. Auch seien die Zusagen der EU, gegebenenfalls die europäischen Emissionen bis 2020 nicht um 20, sondern um 30 Prozent zu senken, "unpräzise", schrieb Thumann.