Keine hohen Preise provozieren

BDI setzt auch künftig auf Kohle und Atomkraft

BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf warnt davor, beim Strommix Kohle- und Kernenergie zurückzufahren. Jedes gestoppte oder verzögerte Kraftwerksprojekt erhöht das Risiko einer Versorgungslücke und provoziert höhere Strompreise, so Schnappauf.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der private Verbraucher und die Unternehmen müssten die Zeche zahlen, sagte Schnappauf angesichts sich häufender Proteste gegen neue Kraftwerke. "Morgens Kohle- und Kernenergie abzulehnen und abends zu hohe Preise zu beklagen – das ist ein heilloser Widerspruch."

Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen sei unverzichtbar für eine erfolgreiche Industriegesellschaft. "Die Hoffnungen einiger Energievisionäre auf außergewöhnliche Effizienzsteigerungen gehen nicht auf", so der BDI-Chef weiter. Seit 2000 wachse der Stromverbauch um rund ein Prozent pro Jahr, statt zu sinken. Nicht gebaute Kraftwerke würden demnach eine Versorgungslücke sowie höhere Strompreise provozieren.

Auch sei es klimapolitisch besser, alte Kraftwerke durch neue, effizientere Anlagen zu ersetzen. Laut einer vom BDI in Auftrag gegebenen McKinsey-Studie würden längere AKW-Laufzeiten bis zu 90 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich einsparen und die CO2-Vermeidungskossten um 4,5 Milliarden Euro jährlich senken.