Interview

BDI-Präsident für ein Überdenken der Energieförderung

Der Bundesverband der Industrie (BDI) stellt mit dem geplanten Ausstieg aus der Steinkohleförderung auch das Fördersystem für die erneuerbaren Energien infrage. "Da wird zu viel Geld ausgegeben, ohne auf Effizienz und Marktfähigkeit zu achten", sagte BDI-Präsident Jürgen Thumann in einem Zeitungsgespräch.

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Berlin (red) - Er plädierte gegenüber der neuen Zeitschrift "Vanity Fair" dafür, mehr auf Wind statt auf Sonne als alternative Energiequelle zu setzen. Über die Solarenergie sagt Thumann: "Hier kostet es den Stromkunden 800 Euro, um eine Tonne Kohlendioxid zu vermeiden." Dasselbe Ergebnis sei mit innovativer Technologie bei anderen Energieträgern schon für 20 Euro zu haben.

Strom aus Windenergie werde derzeit mit weniger als 10 Cent je Kilowattstunde gefördert, Strom aus Sonnenenergie dagegen mit rund 50 Cent. Laut Bundesumweltministerium werden im Jahr 2020 etwa 40 Prozent der Förderung für Ökostrom - geschätzte drei Milliarden Euro - in die Solarenergie fließen, die aber den Angaben zufolge nur einen Bruchteil zur Stromversorgung beitragen.