Mehr Wettbewerb

BDI-Chef Thumann kritisiert hohe Strompreise

Mehr Wettbewerb innerhalb Deutschlands und auf dem internationalen Energiemarkt hat der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) jetzt in einem Interview mit dem Handelsblatt gefordert und sich gleichzeitig für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken ausgesprochen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Industriepräsident Jürgen Thumann hat die Strompreise in Deutschland als zu hoch kritisiert und von den Energiekonzernen mehr Wettbewerb gefordert. "Ich sage ganz eindeutig an die Adresse der Erzeuger: Wir brauchen mehr Wettbewerb. Damit meine ich mehr Wettbewerb innerhalb Deutschlands, aber auch mehr Wettbewerb auf dem internationalen Energiemarkt", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe).

"Wir zahlen innerhalb der EU mit die höchsten Strompreise", rügte Thumann. Für die heimische Industrie sei das im internationalen Wettbewerb ein großes Problem. Auch sei die Belastung der Strompreise durch staatliche Abgaben in Deutschland besonders groß.

Thumann sprach sich für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken aus. "Unsere Unternehmen brauchen eine verlässliche und bezahlbare Versorgung bei der Grundlast im Strombereich. Die Kernkraftwerke sichern 50 Prozent dieser Grundlast. Dieser Anteil lässt sich nicht so einfach ersetzen, schon gar nicht durch erneuerbare Energieträger", sagte er.