Votum

BDI-Chef für Einbindung Chinas in globale Öko-Partnerschaft

Die gleichermaßen aufstrebende wie weltweit in der Kritik stehende Wirtschafts-Weltmacht China sollte sich nach Ansicht des Bundesverbands der Deutschen Industrie künftig an den Umweltschutzanstrengungen der Weltgemeinschaft beteiligen. Dabei könne und solle deutsche Technologie helfen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - "Vordringlich wird sein, die chinesische Regierung in die internationalen Bemühungen um ein neues Klimaschutzabkommen einzubinden. Wenn wir die Chinesen überzeugen können, erste Schritte in Richtung einer globalen Öko-Partnerschaft zu gehen, wäre viel gewonnen", sagte BDI-Präsident Jürgen Thumann der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe). Der Spitzenfunktionär begleitet die Kanzlerin auf ihrer Reise nach Peking.

Die deutsche Wirtschaft könne das Land beispielsweise dadurch unterstützen, die Energieversorgung trotz der Dominanz von Kohlekraftwerken so umweltverträglich wie möglich zu gestalten: "Gerade deutsche Firmen können mit absoluter Spitzentechnologie helfen, die gigantischen Schadstoffmengen und Kohlendioxid-Emissionen zu senken", sagte Thumann.

Er trat Befürchtungen entgegen, dass China Deutschland im weltweiten Wettbewerb in naher Zeit an die Wand spielen werde und relativierte Meldungen, nach denen das Land 2008 zum Export-Weltmeister aufsteigen werde: "Es kann doch nicht verwundern, dass eine ehrgeizige Nation von 1,3 Milliarden Menschen uns überholt. Die einst gefürchteten Japaner dominieren heute auch nicht die ganze Welt. Zum Vergleich: In China liegt die Wirtschaftsleistung bei 2000 Dollar pro Kopf und Jahr, wir kommen auf 35 200 Dollar, die USA auf 44 200 Dollar."

Ein gravierender Verlust deutscher Arbeitsplätze in Deutschland zugunsten von China sei ebenfalls nicht zu erwarten: "Wir sollten keine Angst haben. Je weltoffener wir sind, desto erfolgreicher werden wir wirtschaften", sagte Thumann.