BDI angesichts der kalifornischen Energiekrise: "Der deutsche Strommarkt funktioniert"

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Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist der Ansicht, dass die krisenhafte Situation auf dem kalifornischen Strommarkt weniger auf die Deregulierung selbst als vielmehr auf deren halbherzige Umsetzung zurückzuführen ist. In erster Linie seien die nach wie vor bestehenden staatlichen Preisregulierungen auf der Endverbraucherstufe für den Energiemangel in Kalifornien verantwortlich. Sie erlaubten es nicht, in der Stromversorgung des US-Bundesstaates die Kosten zu decken. Angemessene Gewinne für Investitionen in neue Anlagen und in den Ausbau des Stromnetzes seien nicht zu erwirtschaften. Hinzu komme die rasant gewachsene Stromnachfrage der kalifornischen Wirtschaft, die auf ein knappes Stromangebot treffe, weil in den letzten Jahren weder in neue Kraftwerke noch in den Ausbau des Netzes investiert worden sei.



In Deutschland gebe es dagegen keine vergleichbare Preisregulierung, so der BDI. Vielmehr könne der Strompreis im Wettbewerb seine Steuerungsfunktion im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage wahrnehmen. Außerdem sei der deutsche Strommarkt in der Stromerzeugung durch Überkapazitäten gekennzeichnet und verfüge über gut ausgebaute, auf Zuwachs ausgelegte Stromnetze. Deshalb könne die krisenhafte Situation in Kalifornien kein Argument sein, den deutschen Strommarkt erneut zu regulieren. Mit dem Netzzugang auf Basis der freiwilligen Verbändevereinbarung zwischen Elektrizitätswirtschaft und Industrie würden insgesamt gute Erfahrungen gemacht. Deshalb sollten die Rahmenbedingungen erhalten bleiben, die in Deutschland einerseits wirksamen Wettbewerb förderten und anderseits Margen für Investitionen böten.