Einschätzung

BDEW-Präsident Feist: Gaspreise werden sich um 20 Prozent erhöhen

Durch die gestiegenen Ölpreise und die gewachsene Nachfrage werden sich nach Einschätzung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Gasimporte nach Deutschland um 20 Prozent verteuern. Die Zeit "der billigen Energie" sei vorbei.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Unternehmen könnten sich dieser Entwicklung auf den Weltmärkten nicht entziehen und würden die Verteuerungen an die Verbraucher weitergeben, sagte BDEW-Präsident Michael G. Feist am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Seine "persönliche Erwartung" sei, dass sich die Preise für die Konsumenten in Deutschland um circa 20 Prozent erhöhten.

Feist rechnet aufgrund der hohen Nachfrage, vor allem im Fernen Osten, damit, dass die Zeit "der billigen Energie" vorbei ist. Die Energiepreise würden auf dem derzeit hohen Niveau bleiben, sagte er.

Der BDEW-Präsident erklärte zudem, dass die Ölpreisbindung der Gaspreise nicht unbedingt "so sein" müsse. Es gebe auch andere Möglichkeiten der Preisbindungen. Die großen internationalen Produzenten von Erdgas wollten allerdings zurzeit dieses Erdgas unter der Ölpreisbindung verkaufen und die meisten Abnehmer auf der Welt seien auch bereit, diese Preisbindung zu akzeptieren.

Feist betonte, dass die Ölpreisbindung "auch in beide Richtungen" funktioniert. Es habe Phasen gegeben, wo der Preis durch die Bindung an den Ölpreis nach unten gegangen ist. Die Ölpreisbindung gebe auch Sicherheit gegen willkürliche Preissetzungen der Produzenten.