Energieversorgung

BDEW: Finanzierungsprobleme bedrohen Erneuerung der Kraftwerke

Die Erneuerung des deutschen Kraftwerkbestands droht nach Ansicht der Energiebranche durch die restriktive Vergabe von Krediten behindert zu werden. Momentan verlangten die Banken Sicherheiten im Kraftwerksbau, die früher undenkbar gewesen seien, sagte der Präsident des BDEW, Rolf Martin Schmitz.

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Berlin (ddp.djn/red) - Auch für die Realisierung konventioneller Kraftwerksblöcke forderten die Kreditinstitute einen Eigenkapitalanteil von 50 Prozent. "Vor allem Kraftwerksprojekte der Stadtwerke sind davon betroffen", sagte Schmitz.

Nach seinen Angaben will die deutsche Energiewirtschaft die CO2-Emissionen der Stromerzeugung bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent reduzieren. Dies werde zu Strompreiserhöhungen führen. "Wir brauchen aber eine gesellschaftliche Debatte über die Kosten einer umweltfreundlicheren Stromerzeugung", sagte Schmitz anlässlich der Vorstellung des energiepolitischen Konzepts "Zukunftsenergie 2020". Bis zum Jahr 2050 strebe die Branche eine "weitgehend CO2-neutrale" Stromerzeugung an.

Laufzeitverlängerung gefordert

In diesem Zusammenhang erneuerte der Verband seine Forderung nach einer Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, da die Nutzung der Kernenergie eine "unverzichtbare Brücke hin zu einer kohlenstoff-neutralen Energieerzeugung" sei. Zugleich bekräftigte der BDEW seine Position, dass trotz des Ausbaus der Erneuerbaren Energien die konventionellen Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran über 2020 hinaus Eckpfeiler der Energieversorgung bleiben sollen.

Kritik von Ökostrom-Verbänden

Kritik am Energiekonzept des BDEW kam von den Verbänden der Erneuerbaren Energien. Das Konzept vertrete vor allem die "behäbigen Energieriesen, die an den zentralen Erzeugungsstrukturen festhalten wollen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE), Björn Klusmann, in Berlin. "Schon die Präambel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes geht weiter als das Energiekonzept des BDEW", kritisierte Gero Lücking, Mitglied der Geschäftsleitung beim Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick. Darüber hinaus komme das Wort "Wettbewerb" in den Leitlinien nicht vor.