Forderungen

BDEW: Energiewende auch über Strompreis-Einnahmen finanzieren

Die Kosten der Energiewende dürfen nach Ansicht der Energiebranche nicht allein den Stromverbrauchern aufgebürdet werden. "Wir dürfen die in der Bevölkerung notwendige Akzeptanz für die Energiewende nicht überstrapazieren", so BDEW-Chefin Hildegard Müller in einem Interview.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

München/Berlin (dapd/red) - Das sagte die Geschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller, dem Nachrichtenmagazin "Focus". Sie sprach sich dafür aus, die staatlichen Einnahmen aus dem Strompreis mit Priorität auch für die Infrastrukturprojekte und damit für das Gelingen der Energiewende zu verwenden. EU-Energiekommissar Günter Oettinger sagte dem Magazin, immer mehr Abgaben und Steuern könnten sich Bürger und Unternehmen irgendwann nicht mehr leisten.

DUH: Energiewende brauche mehr Einsatz

Unterdessen forderte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) von der Bundesregierung mehr Anstrengungen bei der Umsetzung der Energiewende. Gebraucht werde "ein Projektmanagement mit dem klaren Auftrag, die Energiewende zum Erfolg zu führen", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake am Mittwoch in Berlin. Die Energiewende komme "nicht von allein". Als Herausforderung bezeichnete er insbesondere den Bau flexibler Kraftwerke auf Erdgasbasis für den Übergang, den Um- und Ausbau der Stromnetze sowie die Schaffung großer Stromspeicherkapazitäten.

Zugleich hob Baake die positive Entwicklung der erneuerbaren Energien hervor, die bei der Stromerzeugung erstmals sowohl die Atomenergie als auch den Strom aus Steinkohle überträfen. Die Behauptung, Deutschland müsse wegen des Atomausstiegs große Mengen Strom importieren, erweise sich als "Wunschdenken von Leuten, die von ihrem Ziel 'zurück in die 80er Jahre' nicht lassen wollen".