Weniger Kohlendioxid

Bayrische Stromversorger: Wasserkraft-Kapazitäten liegen brach

Durch die restriktiven behördlichen Restwasserauflagen beträgt die Summe "verhinderter Stromerzeugung" seit elf Jahren etwa 720 Millionen Kilowattstunden, beklagt der VBEW.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

82 Prozent des Stroms in Bayern werden ohne den Ausstoß von Kohlendioxid erzeugt. Der Anteil könnte aber noch höher sein, wenn Auflagen dies nicht verhindern würden, beklagt der Verband der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW). Die derzeit installierten Wasserkraftwerke könnten im Jahr 2002 zusätzlich nahezu 100 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Dies entspricht dem Stromverbrauch einer Stadt wie Cham mit fast 17 500 Einwohnern.

Nach VBEW-Berechnungen beträgt die Summe "verhinderter Stromerzeugung" seit 1990 nahezu 720 Millionen Kilowattstunden. Denn seit elf Jahren werden vor allem die behördlichen Restwasserauflagen immer restriktiver. Muss dieser Strom in Kohlekraftwerken erzeugt werden, entstehen dadurch etwa 720 000 Tonnen Kohlendioxid. Wollte man die verhinderte Stromerzeugung aus Wasserkraft im Jahr 2002 durch Photovoltaikanlagen ersetzen, müssten dies die Verbraucher in Form von Subventionen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz mit fast 85 Millionen Mark jährlich bezahlen. Gleichzeitig müssten knapp 84 000 Quadratmeter Solarzellen installiert werden. "Die Wasserkraft hingegen steht kostenlos und umweltfreundlich zur Verfügung", argumentiert der Verband abschließend.