Dino-Technologie

Bayrische SPD will im Wahlkampf Atomausstieg zum Thema machen

Die bayrische SPD ist überzeugt davon, dass die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung die Verlängerung von Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke nicht befürwortet. "Wer die Union wählt, muss wissen, dass er auch die Atomenergie wählt", sagte Fraktionsvize Susann Biedefeld heute in München.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp-bay/sm) - Die SPD-Landtagsfraktion warnt die Unionsparteien vor einer Rückkehr "zur Dinosaurier-Technologie der Atomkraft". Der bevorstehende Wahlkampf werde auch zu einer neuen Auseinandersetzung über den Atomausstieg, sagte Fraktionsvize Susann Biedefeld am Mittwoch in München mit Blick auf Ankündigungen aus CDU und CSU, die Laufzeiten der Kernkraftwerke nach einem Wahlsieg ausdehnen zu wollen. Die Union wolle "entgegen dem Willen der großen Mehrheit unserer Bevölkerung hier alte Gräben wieder aufreißen".

Biedefeld betonte: "Wer die Union wählt, muss wissen, dass er auch die Atomenergie wählt." In Bayern seien Ministerpräsident Edmund Stoiber, Wirtschaftsminister Otto Wiesheu und Umweltminister Werner Schnappauf (alle CSU) "die letzten Paladine der veralteten Technologie der Atomkraft".

Statt eines Zurücks zur Atomtechnologie sollten nach Einschätzung der Grünen-Politikerin endlich auch die Unionsparteien auf den Ausbau der regenerativen Energien setzen. Das sei der zukunftsweisende Weg, mit dem auch Arbeitsplätze geschaffen würden.

Laut Schnappauf lassen sich die weltweiten Klimaschutzziele auf absehbare Zeit ohne Kernenergie nicht erreichen. Nicht wer den schnellen Ausstieg aus der Kernenergie wolle, sei der bessere Umweltschützer, sondern wer sichere Kernkraftwerke betreibe und damit das Klima schützte, bis in ausreichendem Maße erneuerbare Energien zur Verfügung stünden. Hier gehe es nicht um eine "Rolle rückwärts im Umweltschutz, sondern um eine Rolle vorwärts für mehr Klimaschutz", sagte der Minister und mahnte: "Ideologische Grabenkämpfe helfen nicht weiter."

Der Neubau von Kernkraftwerken steht Schnappauf zufolge nicht auf der Tagesordnung. Es wäre seiner Meinung nach jedoch "absolut widersinnig", die modernen und sicheren Kernkraftwerke, die klimafreundlich und preiswert Strom erzeugten, abzuschalten. Gleichzeitig müsse auch die Nutzung erneuerbarer Energien mit aller Kraft vorangetrieben werden.