Geologische Gründe

Bayern will keinesfalls Atommüllendlager im eigenen Land

Das bayerische Umweltministerium schließt ein Atommüllendlager im Freistaat aus. Bayern sei für einen Endlagerstandort "aus geologischen, nicht aus politischen Gründen" ungeeignet. Die bayerischen Grünen schlossen hingegen ein Endlager in Bayern nicht grundsätzlich aus.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

München (dapd-bay/red) - Dies sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Dienstag in München auf dapd-Anfrage. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und des Bayerischen Landesamtes für Umwelt seien eindeutig.

Grüne offen für Endlager - Export keine Option

Die bayerischen Grünen schlossen Bayern als Endlagerstandort hingegen nicht grundsätzlich aus. Die Landesvorsitzende Theresa Schopper betonte aber, "der Ausstieg aus der Atomenergie und der Umstieg auf die erneuerbaren Energien" hätten für den Landesverband Priorität. Wenn darüber Klarheit bestehe, müsse ein geeignetes Endlager gesucht werden.

Auch die Grünen-Politikerin hob die Bedeutung geologischer Kriterien hervor. "Alle infrage kommenden Standorte und Gesteinsformationen müssen deshalb unvoreingenommen untersucht werden", sagte Schopper. Der Export von Atommüll sei für die Grünen "keine Option".

Baden-Württemberg offen für Erkundungen im Ländle

Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte der "Bild am Sonntag" gesagt, "alles, was geeignet ist für atomare Endlager", müsse untersucht werden. "Da ist niemand ausgenommen." Er sei "selbstverständlich" bereit, auch die Tonschichten in seinem Bundesland für einen Endlagerstandort untersuchen zu lassen. Die niedersächsische Landesregierung und das Bundesamt für Strahlenschutz begrüßten diese Ankündigung.