Einfachere Verfahren

Bayern will Hindernisse für Windkraft abbauen

Die Energiewende in Bayern nimmt Gestalt an. Um den Anteil der aus Wind gewonnenen Energie zu erhöhen, will der Freistaat den Bau von Windrädern deutlich erleichtern. Genehmigungen sollen verkürzt und vereinfacht werden, zudem gelten weit weniger Flächen als bisher als Tabuzonen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

München (dapd/red) - Ziel sei es, die durchschnittliche Genehmigungsdauer für Windkraft Anlagen von zehn auf drei Monate zu verkürzen und das Verfahren dafür zu vereinfachen, sagte Umweltminister Markus Söder (CSU) am Freitag in München. Angesichts des Ausstiegs aus der Atomkraft soll bis 2020/21 der Anteil der aus Wind gewonnenen Energie auf zehn Prozent erhöht werden. Dafür sind bis zu 1.500 neue Windanlagen nötig.

Nur noch zehn Prozent der Fläche im Freistaat tabu

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die möglichen Standorte deutlich ausgeweitet werden. Künftig sollen nur noch zehn Prozent der Flächen im Freistaat wie Nationalparks oder EU-Vogelschutzgebiete tabu sein. Bislang beläuft sich der Anteil dieser Flächen auf 37 Prozent. In Zukunft sollen Windanlagen grundsätzlich auch in Staatsforsten oder Naturparks errichtet werden dürfen.

Anwohnerschutz gehe dennoch nicht vor Naturschutz, betonte Söder. So würden der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der Bund Naturschutz (BN) eng in die artenschutzrechtlichen Prüfungen einbezogen. Typisierungen, welche Tiere durch Windkraft betroffen und gefährdet seien, würden jährlich neu überprüft.

Postivliste bis November, Winderlass noch im Herbst

Bis November soll Söder zufolge eine Positivliste mit den besten Standorten vorliegen. Bei Flächen, in denen es Probleme etwa durch angrenzende Wohnsiedlungen geben könnte, setzt er auf besondere Anreize. Werde anstelle des durchschnittlichen Mindestabstands von 800 Metern ein Windrad erst in 1.000 Meter Entfernung zu einer Siedlung gebaut, solle das Lärmgutachten entfallen.