Weiterer Ausbau wahrscheinlich

Bayern: 16 Prozent mehr Strom aus Biomasse

Der Verband der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft meldet, dass in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 16 Prozent mehr Strom aus Biomasse erzeugt wurde als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Infolge der EEG-Novelle kritisierte der VBEW zugleich die hohen Kohlendioxid-Vermeidungskosten bei der Photovoltaik.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Durch den Zubau von Anlagen konnte in Bayern im ersten Halbjahr 2004 rund 16 Prozent mehr Strom aus Biomasse als im Vergleichszeitraum 2003 erzeugt werden. Das meldet der Verband der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW). Die erhöhte Förderung der Biomasse durch das am Freitag im Bundesrat verabschiedete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) werde voraussichtlich zu einem weiteren Ausbau dieses Energieträgers führen, heißt es.

Ursache des starken Zuwachses an Biomasse-Strom sei vor allem der Bau von zwei Heizkraftwerken in Zolling und Neufahrn mit insgesamt 25 MW Leistung. In beiden Werken könne man durch die Verbrennung von Altholz zusammen rund 160.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich einsparen. Die Kohlendioxid-Vermeidungskosten pro Tonne lägen bei Biomasse-Anlagen zwischen 60 und 250 Euro. Da Biomasse, ebenso wie Wasserkraft, dauerhaft und planbar zu Verfügung stehe, leiste sie somit - im Gegensatz zu Wind und Sonne - einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Der VBEW bedauerte, dass es mit der Novellierung des EEG nicht gelungen ist, "die vom Verbraucher zu zahlenden Fördermittel umwelt- und energiepolitisch effizient einzusetzen". Dies gelte insbesondere für die Photovoltaik mit ihren im Vergleich zu Biomasse, Wind und Wasser sehr hohen Kohlendioxid-Vermeidungskosten. Sie lägen bei der Photovoltaik, je nach Anlage, zwischen 2500 bis 5000 Euro pro Tonne. Darüber hinaus würden Fördergelder in Milliardenhöhe für Jahrzehnte festgeschrieben. "Dies ist für die Volkswirtschaft eine immense Last", kritisierte der VBEW.