AKW-Laufzeit verlängern

Bayerisches Kabinett beschließt Maßnahmen zum Klimaschutz

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber beorderte gestern sein Kabinett auf die Zugspitze zu einer Debatte zum Thema Klimaschutz. Die Grünen-Landtagsfraktion machte unterdessen auf ihre Weise auf den Klimawandel aufmerksam und erklomm in Eisbärenkostümen den ständig weiter abschmelzenden Zugspitz-Gletscher.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Garmisch-Partenkirchen (ddp-bay/sm) - Der Weitblick vom Schneefernerhaus aus solle die Staatsregierung zu Vorschlägen für den Klimaschutz inspirieren, erklärt Stoiber bei der Eröffnung der Kabinettssitzung. Neben dem Skilift haben die Grünen bereits ihr Plakat entrollt. "Klimaschutz statt Klimashow", leuchten die grünen Buchstaben auf rotem Grund. "Wir müssen die CSU abschmelzen und den Gletscher retten", sagt die umweltpolitische Sprecherin Ruth Paulig. Sonntagsreden seien genug gewechselt, die Staatsregierung müsse sofort handeln.

Am Nachmittag haben sich die Kabinettsmitglieder zu einem Ergebnis durchgerungen: Bis zum Jahr 2020 soll der CO2-Ausstoß pro Kopf in Bayern auf fünf Tonnen reduziert werden, verkündet Stoiber. Derzeit liege der pro Kopf Ausstoß im Freistaat bei 6,8 Tonnen. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse die Laufzeit der Kernkraftwerke verlängert werden.

Bis Oktober soll ein Kabinettsausschuss unter der Federführung des Umweltministeriums konkrete Konzepte im Ministerrat vorlegen. Darüber hinaus wolle sich der Freistaat für Investitionsprogramme zur energetischen Gebäudesanierung, die Entwicklung klimafreundlicher Autos, den Ausbau erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe und die Errichtung von Forschungsverbünden stark machen. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft soll nach dem Willen der Staatsregierung bis 2020 um zehn Prozent gesteigert werden.