High-Tech

Baustart für Solar-Fabrik in Frankfurt (Oder)

Für einen künftigen High-Tech-Standort Frankfurt (Oder) gibt es knapp zweieinhalb Jahre nach dem Scheitern des Chipfabrik-Projekts neue Hoffnung, wenn auch auf einem ganz anderen Gebiet. Gestern wurde im Technologiepark Ostbrandenburg der erste Spatenstich für eine Solarzellen-Fabrik vollzogen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Frankfurt/Oder (ddp-lbg/sm) - Eine Fabrik zur Produktion neu entwickelter dünner Solarmodule wird momentan in Frankfurt (Oder) gebaut. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) und Vertreter der Frankfurter Firma Odersun AG vollzogen gestern im Technologiepark Ostbrandenburg den ersten Spatenstich. Das zehn Millionen Euro teure Gebäude soll bis Jahresende fertig gestellt sein.

Odersun will die Produktion Anfang nächsten Jahres aufnehmen, wie der kaufmännische Vorstand, Ramin Lavae Mokhtari, ankündigte. Zunächst sollen hier etwa 80 Menschen beschäftigt werden. Mittelfristig seien weitere Fabriken mit insgesamt bis zu 600 Mitarbeitern geplant. Investor ist die Doughty Hanson Technology Venture aus London, die einen Teil der Investitionskosten tragen wird. Daneben werden Kredite aufgenommen.

Die Ansiedlung sei ein großer Impuls für Frankfurt und den Technologiestandort Brandenburg, betonte der technologiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und frühere Frankfurter Oberbürgermeister Wolfgang Pohl. Die umweltpolitische Fraktionssprecherin Martina Gregor sagte, Brandenburg entwickle sich zu einem Vorreiter der umweltfreundlichen Energiegewinnung. Bei Windkraft und Biomasse nehme das Land bundesweit bereits eine führende Rolle ein. "Mit der Frankfurter Entwicklung kommen wir jetzt auch in den stark expandierenden Solarmarkt", sagte sie.

Die Technologie zur Herstellung der Dünnschicht-Solarmodule war am Frankfurter Institut für Solartechnologien entwickelt worden. Die 2002 ausgegründete Odersun AG will 0,1 Millimeter dünne "Solarstreifen" produzieren, die dann zwischen zwei flexiblen "Plastikhäuten" flächendeckend eingeklebt werden. Zunächst sollen Solarfolien für den Konsumentenmarkt, etwa zum Aufladen von Handys durch Sonnenstrom, sowie zur Stromerzeugung in Solarparks produziert werden. Die Firma fertigt und testet nach eigenen Angaben auch in Dächer und Fassaden integrierte Solarfolien.

Von Jörg Schreiber