Optimistisch

Bauernverband: Bioenergie macht Landwirtschaft attraktiv

Die zunehmende Produktion nachwachsender Rohstoffe für den Energiebereich verbessert nach Angaben des Bauernverbandes die Lage der Landwirte. Verbandspräsident Gerd Sonnleitner spricht von einer überwiegend optimistischen Stimmung bei seinen Mitgliedern.

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Hamburg (ddp/sm) - "Der weltweite Wettbewerb zwischen Food und Non-Food verbessert die Marktposition der Bauern insgesamt. Die neuen Energien stärken das Unternehmertum in der Landwirtschaft", sagte Sonnleitner der "Financial Times Deutschland". Die Produktion nachwachsender Rohstoffe werde zunehmend als Alternative zum Nahrungsmittelanbau genutzt, auch wenn die Herstellung von Lebensmitteln weiter die wichtigste Wertschöpfungskette im Agrarbereich bleibe.

Die neuen Märkte für die Landwirte haben laut Sonnleitner dazu geführt, dass sich die Bauern nicht mehr als benachteiligte Branche fühlen. "Die Stimmung in der deutschen Landwirtschaft ist gut. Der Agrar-Konjunkturtest weist aufwärts, wir haben erstmals mehr Optimisten als Pessimisten in unseren Reihen", sagte der Verbandspräsident.

Die Agrarreform von 2003, bei der die Ausgleichszahlungen von der produzierten Menge entkoppelt wurde, habe die Freiheit der Landwirte erhöht. Allerdings sei die Landwirtschaft auch auf dem Energiesektor auf Subventionen bei den Steuern oder beim Strompreis angewiesen. Sonnleitner mahnte deshalb Verlässlichkeit der Politik an und kritisierte die Entscheidung des Bundestages, nach der seit Januar fünf Prozent Biodiesel dem normalen Diesel beigemischt werden müssen.

Der Verbandschef sieht in der Energieerzeugung einen großen Zukunftsmarkt. Die Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe könne von 1,6 Millionen Hektar 2006 "auf künftig vier Millionen Hektar steigen". Ein großes Potenzial ergebe sich, wenn die nächste Generation von Biokraftstoffen, die Biomasseliquide, rentabel werde. Bei solchen Kraftstoffen kann die ganze Pflanze verwendet werden und nicht nur die Frucht wie bei Diesel aus Raps oder Ethanol aus Zucker.