Geringe Kapitaldecke

Bauern sehen bescheidene Möglichkeiten durch neues Energie-Gesetz

Nicht ganz so euphorisch wie erwartet reagierte der sächsische Landesbauernverband auf die verbesserte Vergütung von Strom aus Biomasse. Es dürfe nicht vergessen werden, dass die Anschaffung von Bio-Energieanlagen Geld kostet, das die Bauern möglicherweise lieber in ihren Hof investieren.

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Dresden (ddp-lsc/sm) - Die sächsischen Landwirte sehen durch die neuen Förderrichtlinien für die Stromgewinnung aus Biomasse bescheidene Chancen für ein weiteres Standbein. "Wir hoffen natürlich auf neue Möglichkeiten", sagte der Referent für Rohstoffe und Energie beim Landesbauernverband, Andreas Jahnel, der Nachrichtenagentur ddp in Dresden. Es sei der richtige Schritt, dass die Energiegewinnung aus Biogas in der Novelle des "Erneuerbare Energien Gesetz" (EEG) im Vergleich zur alten Fassung jetzt überhaupt ausdrücklich berücksichtigt sei.

Dabei dürfe aber nicht vergessen werden, dass die Anschaffung solcher Bio-Energieanlagen Geld kostet, das die Bauern im Zweifel lieber in ihren Hof investierten. Gerade die Landwirte in Ostdeutschland mit ihrer geringen Kapitaldecke könnten Probleme damit haben, genügend Kapital für die Stromproduktion aufzubringen, sagte Jahnel.

Ein Problem sieht er auch bei der Installierung so genannter Biomasse-Anlagen, die Strom aus der Verbrennung beispielsweise von Holz oder Stroh gewinnen. Deren Betrieb werde effektiver, wenn auch die Abwärme genutzt werden könne, was wiederum vom Standort des Betriebes abhänge.

Insgesamt produzieren in Sachsen 46 Anlagen Strom aus Biogas und 202 Anlagen aus Biomasse. Das neue EEG, das der Bundestag am 2. April verabschiedet hatte, sieht vor, dass der Strom aus Biomasse je nach Größe der Anlage mit bis zu 13,5 Cent pro Kilowattstunde zu vergüten ist.