Kommunales Projekt

Baubeginn: Trianel baut Steinkohlekraftwerk in Lünen

In Lünen haben die Bauarbeiten für das erste ausschließlich von kommunalen Versorgungsunternehmen getragene Steinkohlekraftwerk begonnen. Gemeinsam mit 30 Stadtwerken und regionalen EVUs investiert die Aachener Trianel-Gruppe rund 1,4 Milliarden Euro am Standort, wie das Unternehmen mitteilte.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Lünen/Aachen (ddp-nrw/sm) - Das Kraftwerk soll eine Leistung von 750 Megawatt haben und ab Herbst 2012 jährlich bis zu sechs Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren. Rund 1,6 Millionen Haushalte soll es mit elektrischer Energie versorgen.

"Das neue Kohlekraftwerk leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zu mehr Wettbewerb in der Energieerzeugung in unserem Land. Der schrittweise Ersatz alter Kohlekraftwerke durch neue hocheffiziente Anlagen in Nordrhein-Westfalen kann bis 2020 zu Einsparungen von 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid führen", sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) anlässlich des ersten Spatenstichs. So soll das Kohlekraftwerk in Lünen einen Wirkungsgrad von mehr als 45 Prozent erreichen. Dadurch soll der Ausstoß an Treibhausgasen deutlich reduziert werden.

Wettbewerbsposition stärken

Durch den Zugriff auf selbst produzierten Strom wollen die Stadtwerke ihre Position im Wettbewerb stärken. Den Angaben zufolge liegen derzeit noch rund 80 Prozent der Kraftwerkskapazitäten bei den vier großen Energieunternehmen in Deutschland.

Damit wurden innerhalb nur einer Woche zwei große Kraftwerksbau-Vorhaben in NRW gestartet. Bereits am vergangenen Freitag hatte RWE mit dem Bau eines Steinkohlekraftwerks in Hamm begonnen. Spätestens 2012 will der Essener Energiekonzern die beiden geplanten Kraftwerksblöcke mit zusammen 1600 Megawatt ans Netz nehmen.

Grüne sprechen von Politik von gestern

Die Grünen in NRW kritisierten den Bau von Kohlekraftwerken. "Die vermeintlichen Kohlekraftwerke von morgen entsprechen nach wie vor einer Politik von gestern", erklärte die Vorsitzende der NRW-Grünen Daniela Schneckenburger. Dass kommunale Versorger "ihr Heil in der Kohlekraft suchen, zeugt von wenig klimapolitischer Verantwortung und wenig energiepolitischer Weitsicht", kritisierte Schneckenburger.

Auch der Wirkungsgrad der neuen Kohlekraftwerke sei "unzureichend", da das Kohlendioxid-Problem weiterhin nicht gelöst sei. Wichtig wäre es vielmehr, auf dezentrale Blockheizkraftwerke und Kraftwärmekopplung zu setzen, hieß es.