Braunkohle-Trocknung

Baubeginn für Prototypanlage in Niederaußem

Gestern hat RWE Power mit dem ersten Spatenstich den Bau der Prototypanlage zur Vortrocknung von Braunkohle am BoA-Block im Kraftwerk Niederaußem begonnen. Mit einem neuen Verfahren soll der Wirkungsgrad des Braunkohlekraftwerks um zehn Prozent gesteigert und der Kohlendioxid-Ausstoß gesenkt werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Wie der Energiekonzern mitteilt, soll mit dem 50-Millionen-Euro-Projekt die großtechnische Eignung und kommerzielle Reife des von RWE Power entwickelten WTA-Verfahrens (Wirbelschichttrocknung mit interner Abwärmenutzung) unter Beweis gestellt werden. Für Ende 2007 ist der Betrieb der Anlage geplant.

"Wenn die Versuche erfolgreich verlaufen, könnte das nächste Braunkohlenkraftwerk schon als Trockenbraunkohlenkraftwerk gebaut werden. Die Wirbelschichttrocknung ist auch ein unabdingbarer Baustein für das CO2-freie Braunkohlenkraftwerk", erläuterte Power-Vorstand Dr. Johannes Lambertz die weitere Vorgehensweise. Bei einer Größenordnung von 1.000 Megawatt ließen sich so pro Jahr knapp vier Millionen Tonnen Kohlendioxid gegenüber alten Kraftwerksblöcken einsparen.

Mit der WTA-Technik soll zukünftig die tagebaufeuchte Rohbraunkohle mit einem Wassergehalt von mehr als 50 Prozent getrocknet werden, ehe sie in den Feuerungsanlagen des Kraftwerks verbrannt wird. Im Gegensatz zum bisherigen Trocknungsprozess mit 1.000 Grad Celsius heißem Rauchgas im Verlauf des Mahlprozesses erfolgt die Trocknung in der WTA bei einem Temperaturniveau von 120 Grad energetisch deutlich günstiger. Außerdem wird anders als bisher die für die Trocknung der Rohbraunkohle aufgewandte Wärme weitgehend zurückgewonnen und weiter genutzt. Mit den durch WTA erzeugten etwa 110 Tonnen Trockenbraunkohle pro Stunde sollen dann etwa 25 Prozent des Gesamtkohlebedarfs des BoA Blocks des Kraftwerks Niederaußem ersetzt werden.

Nach Unternehmensangaben gehört das WTA-Vorhaben zum Projekt für die Entwicklung so genannter "Clean Coal"-Power-Technologien, die dann beim Bau eines Kohlendioxid-freien Kohlekraftwerk eingesetzt werden. Die geplante Anlage mit einer Leistung von 450 Megawatt soll dann 2014 in Betrieb gehen.

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