Wiederaufnahme

Bauarbeiten am Kraftwerk in Datteln dürfen vorerst weitergehen

Der vorläufige und bis Mittwoch geltende Baustopp wurde nicht verlängert. Das bedeutet, die Bauarbeiten am E.ON-Kraftwerk in Datteln dürfen zunächst fortgesetzt werden. Wann eine abschließende Entscheidung fällt, ist noch unklar.

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Münster (ddp/sm) - Die Bauarbeiten für das neue E.ON-Kraftwerk in Datteln dürfen vorerst fortgesetzt werden. Das Oberverwaltungsgericht in Münster verlängerte nicht seinen bis Mittwoch geltenden vorläufigen Baustopp, wie das Gericht mitteilte. Damit könnten die Bauarbeiten zunächst bis zur Entscheidung über das vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) betriebene Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes weitergehen. Ein Zeitpunkt für die abschließende Entscheidung sei noch nicht abzusehen.

Die Bezirksregierung Münster hatte E.ON den Angaben zufolge eine erste Teilgenehmigung zur Errichtung des Steinkohlekraftwerks erteilt. Gegen die Teilgenehmigung hatte der BUND Widerspruch eingelegt und am 14. Februar beim Oberverwaltungsgericht beantragt, die aufschiebende Wirkung dieses Widerspruchs wiederherzustellen. Außerdem hatte der BUND beantragt, die bereits begonnenen Bauarbeiten bis zur Entscheidung des Aussetzungsverfahrens vorläufig zu stoppen. Am 16. Februar hatte das Gericht den vorläufigen, befristeten Stopp verhängt.

Das neue Kraftwerk soll nach dem Willen von E.ON 2011 in Betrieb gehen und eine elektrische Bruttoleistung von 1100 Megawatt erreichen. Zudem soll es den Angaben zufolge das weltweit effizienteste Kohlekraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 46 Prozent werden. Die Investition beträgt nach Angaben des Konzerns rund 1,2 Milliarden Euro.

Nach Angaben des BUND würde das Steinkohlekraftwerk jährlich bis zu 8,5 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid ausstoßen und damit zu einem der größten Klimakiller in Nordrhein-Westfalen werden. Zudem drohe durch den Bau die unwiederbringliche Zerstörung von mehr als 60 Hektar Landschaft, einer Waldfläche sowie eines geschützten Biotops.