Bohrungen erfolgreich

Bau von Geothermie-Kraftwerk in der Pfalz immer wahrscheinlicher

Die Bohrungen der Energieversorger Pfalzwerke und EnergieSüdwest im rheinland-pfälzischen Landau nach in der Erde gespeicherter Wärmeenergie sind offensichtlich erfolgreich verlaufen. Jetzt muss analysiert werden, ob die Beschaffenheit des geförderten Thermalwassers einen langfristigen Kraftwerksbetrieb ermöglicht.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Landau (ddp-rps/sm) - Der Bau des ersten pfälzischen Geothermie-Kraftwerks wird immer wahrscheinlicher. Wie die Pfalzwerke und EnergieSüdwest in Landau mitteilten, sind die Tiefenbohrer auf Thermalwasser gestoßen.

Die Bohrarbeiten, die 3000 Meter in die Tiefe gingen, konnten bereits im Oktober abgeschlossen werden. Die Bohrung selbst wurde erst am Samstag geöffnet. Den Angaben zufolge erreichte das erste Tiefenwasser schon am Samstag die Oberfläche. Das nachkommende Wasser sei immer heißer geworden und habe am Sonntag bereits eine Dampfwolke gebildet. Nun müsse analysiert werden, ob die Beschaffenheit des Thermalwassers sowie die Größe des Reservoirs einen langfristigen Kraftwerkbetrieb ermögliche, hieß es weiter. Die weiteren Untersuchungen und die anschließenden Auswertungen würden bis Ende des Jahres dauern.

Fallen die Ergebnisse positiv aus, soll die Anlage bereits 2007 umweltfreundliche Energie liefern. Das Geothermie-Kraftwerk soll eine Leistung von zwei bis zweieinhalb Megawatt haben und knapp 5000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Durch das Geothermie-Kraftwerk könnten dann etwa 5000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden, hieß es.

Geothermie ist die unterhalb der festen Oberfläche der Erde gespeicherte Wärmeenergie, auch Erdwärme genannt. Aus dem Innern der Erde fließt ein ständiger Wärmestrom an die Oberfläche. Herrschen im Kern geschätzte 5000 Grad Celsius, sind es im obersten Erdmantel immer noch 1300 Grad. Allein in der äußeren Hülle bestimmt die Sonne die Bodentemperatur. Etwa ab 20 Meter Tiefe hat sie jedoch keinen Einfluss mehr auf die Erdwärme. Berechnungen zufolge nimmt die Temperatur der Erde Richtung Kern um 3 Grad je 100 Meter zu.