Auf Eis

Bau des Gaskraftwerks Lubmin wird verschoben

Die geplante Gaspipeline durch die Ostsee macht den Initiatoren des neuen Gaskraftwerks in Lubmin zunächst einen Strich durch die Rechnung: Da die Pipeline einen Durchmesser von 1,20 Metern haben soll, müsse der Bau der Versorgungsleitung für das Lubminer Gaskraftwerk neu durchdacht werden.

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Lubmin (ddp-nrd/sm) - Der letzte Woche von Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) unterzeichnete Vorvertrag zum Bau der so genannten Ostseepipeline hat Konsequenzen für das in Lubmin geplante Gaskraftwerk. Da die Pipeline einen Durchmesser von 1,20 Metern haben soll, müsse der Bau der Versorgungsleitung für das Lubminer Gaskraftwerk neu durchdacht werden, sagte der Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens Concord Power, Heiko von Tschischwitz, der Nachrichtenagentur ddp. Der für September geplante Baubeginn werde verschoben.

Die bereits genehmigte Leitung von Concord Power soll ab 2007 Erdgas aus dem Raum Berlin nach Lubmin transportieren. Wenn das russische Erdgas ab 2010 in Lubmin anlande, könne das Gas auch entgegengesetzt in Richtung Berlin befördert werden, sagte Tschischwitz. Die Leitung sei aber nur mit einem Durchmesser von 0,80 Metern geplant worden. Deshalb werde Concord Power jetzt prüfen, ob eine Neubeantragung für 1,20 Meter Durchmesser Sinn mache. So lange es noch offene Fragen zum Bau der Versorgungsleitung gebe, liege auch der Bau des Kraftwerks selbst auf Eis.

Das Kraftwerk von Concord Power wäre mit einer Leistung von 1200 Megawatt das größte der derzeit vier Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke, die in den nächsten Jahren in Deutschland gebaut werden sollen. Es soll bis 2007 in unmittelbarer Nachbarschaft der künftigen Anlandestelle der Ostseepipeline auf dem Gelände des ehemaligen DDR-Atomkraftwerkes Lubmin errichtet werden. Bis 31. Dezember 2007 soll es trotz der jetzt notwendigen Verzögerung ans Netz gehen, wie Tschischwitz betonte.