Bürgerproteste

Bau des Ettringer Heizkraftwerks soll kleiner ausfallen

Die Ettringer Papierfabrik Lang verkleinert eine geplante und umstrittene Verbrennungsanlage auf ihrem Firmengelände. Die Tatsache, dass in der Anlage erhebliche Anteile an sogenannten Ersatzbrennstoffen sowie Klärschlamm in großen Mengen verfeuert werden sollen, war bei den Anwohnern auf Protest gestoßen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Ettringen (ddp-bay/sm) - Nach mehreren Demonstrationszügen und Kundgebungen war zuletzt in der Unterallgäuer Gemeinde die Stimmung aufgeheizt. Grund dafür ist der Bau eines 125 Millionen Euro teuren Heizkraftwerks auf dem Betriebsgelände der Papierfabrik, die dem finnischen Myllykoski-Konzern gehört.

Kurz vor dem Erörterungstermin bestätigte am Freitag der finnische Konzern, dass die Anlage komplett umgeplant werde. Statt der ursprünglich geplanten 80 Megawatt soll jetzt nur noch eine 55-Megawatt-Anlage gebaut werden. Allerdings müssen nun alle Antragsunterlagen erneut öffentlich ausgelegt werden. Der Erörterungstermin verschiebt sich damit auf Ende 2008.

Der Werkleiter und General Manager des Ettringer Betriebes, Thomas Krauthauf, teilte mit, "dass die Emissionsfracht des Reststoffkessels um voraussichtlich bis zu 25 Prozent reduziert wird." Verfahrensbegleitend soll bei der TU München ein Projekt gestartet werden, das sich der effizienten Versorgung der Papierfabrik mit Dampf und Strom durch das geplante Heizkraftwerk widmet. Zudem soll der Anteil des sauberen Erdgases bei der Energieerzeugung erhöht werden.

Die Bürgerinitiativen begrüßten die Firmenentscheidung in einer ersten Reaktion. Einer der Vorstände, der Ettringer Tierarzt Martin Kleint, sagte der Nachrichtenagentur ddp: "Wir freuen uns natürlich über die Entscheidung, werden aber weiterhin sehr genau hinschauen, was dort geplant wird."

Die Fabrik mit ihren 540 Mitarbeitern erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 300 Millionen Euro.