Strom-News
GasversorgungMecklenburg-Vorpommern hat grünes Licht für den Bau der Ostseepipeline gegeben. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) übergaben heute die Teilgenehmigung von deutscher Seite für die Verlegung des Erdgasstrangs zwischen Russland und Lubmin an Nord Stream.
Schwerin (ddp/red) - Der vom Bergamt Stralsund erteilte Planfeststellungsbeschluss bezieht sich auf ein 50 Kilometer langes Trassenstück im Zuständigkeitsbereich Mecklenburg-Vorpommerns. Damit steht nur noch die Genehmigung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie für den anschließenden Abschnitt der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands aus. Dem Konsortium Nord Stream liegen bereits die Baugenehmigungen von Russland, Dänemark, Finnland und Schweden vor.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erklärte in Berlin, die Genehmigung des Bergamtes Stralsund stelle einen weiteren wichtigen Schritt zur Realisierung der Pipeline dar. Nach Angaben von Nord Stream soll im Frühjahr 2010 mit der Verlegung der Trasse begonnen werden. Die komplette Fertigstellung der rund 7,4 Milliarden Euro kostenden Ostseepipeline ist bis 2012 vorgesehen. Insgesamt werden später jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach West- und Südeuropa geliefert.
Die Umweltorganisation WWF kündigte eine rechtliche Prüfung der deutschen Genehmigungsbescheide an. Sie forderte zugleich einen Ausgleich für entstehende Umweltschäden aufgrund des Pipelinebaus. WWF befürchtet nach eigenen Angaben, dass durch Baggerungen am Meeresboden große Mengen Stickstoff und Phosphor freigesetzt werden könnten und dadurch dem Ökosystem der Ostsee massive Schäden drohen.
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
Der Bau der Ostseepipeline von Russland nach Deutschland kann im kommenden Jahr beginnen. Als letzter der fünf Anrainerstaaten erteilte Russland die Genehmigung zur Verlegung des Gasstrangs durch seine Hoheitsgewässer, wie der Projektbetreiber Nord Stream am Freitag mitteilte.
Die Bundeswehr hat Bedenken gegen die Trassenführung der geplanten Ostsee-Gaspipeline durch Manövergebiete. Nach Angaben eines Sprechers von Nord Stream wurden die Einwände von der Wehrbereichsverwaltung Nord Ende April erhoben. Die Betreiber führten nun "intensive Gespräche" mit der Bundeswehr und den Behörden.
Der Bau der Ostsee-Pipeline wird sich Medienberichten zufolge weiter verzögern. Wohl erst Ende 2011 wird Gas durch die 1220 Kilometer lange Pipeline fließen, wie Nord Stream-Finanzchef Paul Corcoran mitteilte. Grund seien Bedenken von Finnland und Dänemarkt, die eine Änderung des Leitungsverlaufes fordern.
Die geplante Ostsee-Pipeline wird Medienberichten zufolge teurer als bislang angenommen. Gazprom habe die Kostenschätzung nach oben angehoben, so soll das Projekt statt wie zunächst geplant 5 Milliarden Euro nun 7,4 Milliarden Euro kosten.
Ab 2010 wird durch eine neue Pipeline Erdgas von der Ostsee nach Sachsen strömen, der Bau für die entsprechende Anbindungsleitung durch Brandenburg beginnt im nächsten Jahr. Dabei sollen regionale Betriebe mit einbezogen werden, auch Landkreise und Gemeinden wollen von der neuen Erdgas-Trasse profitieren.Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!