Symbolischer Akt

Bau der Ostsee-Pipeline in Russland gestartet

Der Bau der Ostsee-Pipeline begann heute im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Russland mit einem symbolischen Akt. Das Projekt der russischen Gazprom und der deutschen Energieunternehmen E.ON und der BASF-Tochter Wintershall startete in Babajewo, 800 Kilometer östlich von St. Petersburg.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Babajewo (ddp-nrd/sm) - "Mit diesem Projekt schaffen wir die notwendige Liefersicherheit für Westeuropa", betonte der Premierminister Russlands, Michail Fradkow, bei der Veranstaltung. "Die Schweißnaht verbindet mehr als nur zwei Rohre. Sie verbindet Europa mit der Zukunft, in der es für Europäer warm und hell bleiben soll", sagte BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht. Gazprom-Chef Alexej Miller sprach von einem "großen europäischen Projekt".

An dem symbolischen Akt in Babajewo nahmen auch der E.ON-Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat, Wintershall-Chef Reinier Zwitserloot, der russische Energie- und Handelsminister Viktor Christenko sowie der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff (SPD), teil. Ringstorff bezeichnete das Projekt als ein ambitioniertes Vorhaben, das vor allem auch gut für den Standort Mecklenburg-Vorpommern sei.

Durch die Ostsee-Pipeline wird die Europäische Union mit Deutschland als Drehscheibe für den Transit zum ersten Mal direkt mit den russischen Gasvorkommen verbunden. Die 1200 Kilometer lange Gasleitung wird über den Grund der Ostsee verlaufen und im Nordosten Deutschlands in der Nähe von Greifswald anlanden. 2010 soll das vier Milliarden Euro teure Projekt in Betrieb gehen.

"Die Ostsee-Pipeline ist eine gigantische Fehlinvestition", sagte indes der neue energiepolitische Sprecher der Grünen, Hans-Josef Fell, dem "Tagesspiegel" (Freitagausgabe). Alternativen an Land seien billiger und umweltfreundlicher. "Der einzige, der von der Leitung profitiert, ist Russland", sagte Fell. "Es geht nur darum, Druck auf Polen und die Ukraine auszuüben." Dabei werde es Russland schon ab 2010 schwer fallen, die Pipeline mit ausreichend Gas zu füllen. "Was wir gerade erleben, ist der Beginn europäischer Ressourcenkonflikte", warnte Fell.