Beteiligung

BASF-Tochter Wintershall schließt Gespräche mit Gazprom ab

Die Gespräche zwischen der BASF-Tochter Wintershall und dem russischen Erdgaskonzern Gazprom über eine Beteiligung an dem sibirischen Gasfeld "Juschno Russkoje" sind abgeschlossen. Die Vereinbarungen würden nicht revidiert, sagte Wintershall-Vorstandsmitglied, Rainer Seele, am Donnerstag in Moskau.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau (ddp-rps/sm) - Seele reagierte damit auf jüngste Berichte in deutschen Medien, denen zufolge Gazprom die 2006 vereinbarten Rahmenbedingungen des Vertrags neu verhandeln wolle. "Die Verträge sind unterzeichnet", bestätigte auch ein BASF-Sprecher der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die Verträge sehen vor, dass BASF mit 25 Prozent minus eine Aktie an der Gesellschaft Severneftegazprom, die die Lizenz an dem Erdgasfeld in Westsibirien hält, beteiligt wird. Zusätzlich erhält BASF weitere zehn Prozent an der Gesellschaft in Form von nicht stimmberechtigten Aktien. Am wirtschaftlichen Erfolg des Erdgasfeldes ist BASF somit mit 35 Prozent minus eine Aktie beteiligt.

Gazprom stockt im Gegenzug seine Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen mit BASF, Wingas, von 35 auf knapp 50 Prozent auf und erhält zudem Teile an einer Wintershall-Fördergesellschaft in Libyen.

Neben Wintershall plant auch Deutschlands größter Energiekonzern E.ON einen Einstieg bei "Jushno Russkoje". E.ON-Vorstandsvorsitzender Wulf Bernotat hatte noch Ende Mai erklärt, er erwarte "sicher", dass es zu einer Einigung in den Verhandlungen mit Gazprom kommen werde. Beide Unternehmen hatten eine Grundsatzeinigung und eine entsprechende Absichtserklärung ebenfalls bereits im vergangenen Jahr unterzeichnet.

Gazprom, Wintershall und E.ON betreiben gemeinsam das Konsortium Nord Stream. Nord Stream ist die Betreibergesellschaft der geplanten 1200 Kilometer langen Ostsee-Pipeline, die ab 2010 jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter sibirisches Erdgas nach Deutschland und Westeuropa pumpen soll. Damit würde die Pipeline rund ein Zehntel des europäischen Gasbedarfs decken.