Erdwärme-Kraftwerk

Basel sucht 85 Millionen Franken für Geo-Energie

Um in Basel das erste Erdwärme-Kraftwerk in Europa errichten zu können, benötigen die Betreiber etwa 85 Millionen Franken. Es könnte klappen, wenn der Kanton Basel-Stadt die Initiative übernehmen würde.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

In Basel gibt es Pläne für das erste europäische Erdwärme-Kraftwerk: Aus 5000 Meter tiefen Bohrlöchern soll im "Hot dry rock"-Verfahren Erdwärmedampf mit einer Temperatur von 200 Grad gezogen werden. Das ist genug, um ein Heizkraftwerk von 4000 Kilowatt Stromerzeugungs-Kapazität sowie 20 000 Kilowatt Abwärme für das städtische Fernwärmenetz bereitzustellen.

Veranschlagt werden 85 Millionen Franken für das Vorhaben. Sechs Millionen Franken wurden bereits für die erfolgreich verlaufene Probebohrung im Sommer diesen Jahres ausgegeben. Das Geld brachte ein Forschungskonsortium auf, das das Vorhaben jetzt weiterverfolgt. Für die zweite, definitive Bohrung in 5000 Meter Tiefe werden jetzt 16 Millionen gesucht. Regierungsrätin Barbara Schneider sicherte dem Projekt ihre Unterstützung zu. Die städtischen Industriellen Werke (IWB) bekräftigten zudem ihre Projektfederführung. Allerdings: Woher die 85 Millionen Franken für das Pilotvorhaben, das in Europa derzeit seinesgleichen sucht, kommen soll, ist unklar. Als einzig realistische Variante erscheint, dass der Kanton Basel-Stadt die Initiative übernimmt. Er könnte aus bestehenden Energieförder-Kassen sowie mit einem städtischen Kredit das Vorhaben realisieren helfen. Dies setzt allerdings eine politische Debatte voraus. Von Bundesseite oder von Privaten wird derzeit eher weniger erwartet. IWB-Direktor Eduard Schumacher unterstützt vorab die Projektentwicklung von Markus O. Häring. Er steht mit seiner Firma Geothermal Explorers (Basel) als treibende Kraft hinter dem Vorhaben und zeichnet für den Projektfortschritt verantwortlich.