Stromdiscounter

Banken lassen Teldafax nicht fallen

Der in die Liquiditätskrise geratene Stromkonzern Teldafax hat anscheinend das Vertrauen der Banken nicht ganz verspielt. Einige haben dem überschuldeten Stromkonzern jetzt das sogenannte Lastschrift-Einzugsverfahren wieder ermöglicht. Der Konzern hat derzeit Schulden von ca. 100 Millionen Euro.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Der neue Vorstandsvorsitzende des in die Schieflage geratenen Energiehändlers Teldafax, Hans-Gerd Höptner, hat nach der akuten Liquiditätskrise des Stromdiscounters offenbar das Vertrauen zumindest einiger Banken zurückgewonnen. Es gebe erste Vertragsunterzeichnungen mit Instituten, die dem Unternehmen wieder ein Lastschrift-Einzugsverfahren ermöglichen, sagte Höptner gegenüber der Zeitung "Welt am Sonntag".

Alleine bei den Kunden noch 40 Millionen Euro Schulden

Insgesamt kann diese Geste positive Auswirkungen auf die Liquidität haben. Der Liquiditätsengpass des größten konzernunabhängigen Energiehändlers in Deutschland hatte sich Ende vergangenen Jahres verschärft, nachdem sich die Banken weigerten, für Teldafax weiterhin Lastschrift-Einzugsverfahren abzuwickeln. Höptner zufolge hat Teldafax derzeit rund 100 Millionen Euro Außenstände, darunter einen Forderungsbestand von etwa 55 Millionen Euro an Kunden sowie rund 40 Millionen Euro an gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsleistungen, die bereits an Netzbetreiber gezahlt wurden.

Neuer Investor soll Unternehmen aus der Krise führen

Nach Angaben des Managers hat Teldafax im Zuge seiner Liquiditätskrise bislang etwa 36.000 seiner 700.000 Strom- und Gaskunden verloren. Teldafax betont daher, dass es sich bei dem neuen Teldafax-Eigner, der Fondsgesellschaft Prime Mark nicht um einen kurzfristigen Finanzinvestor handle, sondern um "langfristige strategische Anleger". Prime Mark war Ende März bei Teldafax eingestiegen. Mit Hilfe des neuen Investors will man das Unternehmen jetzt sanieren und den Stromkonzern somit retten.