Personalie II

Bandholz wird RSK-Chef

Umweltminister Sigmar Gabriel hat den Kieler Reaktorexperten Klaus Dieter Bandholz zum neuen Vorsitzenden der Reaktorsicherheitskommission (RSK) berufen. Der Diplom-Ingenieur ist seit 1991 als Sachverständiger bei der Kieler ESN für die Prüfung von Atomkraftwerken im Auftrag der Aufsichtsbehörden tätig.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Zuvor war er seit 1978 bei Siemens/KWU für die Entwicklung von Reaktorschutzsystemen zuständig. 1998 wurde er in die RSK berufen. Bandholz ist Nachfolger von Michael Sailer, der in den vergangenen drei Jahren der RSK vorstand. Seine Amtszeit wurde aus Satzungsgründen nicht verlängert. Sailer bleibt jedoch Mitglied der Kommission.

Zum stellvertretenden RSK-Vorsitzenden wurde der Diplom-Physiker Lothar Hahn ernannt. Hahn ist Geschäftführer der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln und gehört der RSK seit 1998 an.

Wie "Der Tagesspiegel" in dieser Woche berichtete, gilt Bandholz als Atom-Befürworter, sein Vorgänger Michael Sailer hingegen sei ein ausgewiesener Kritiker der Atomkraft. Pläne, den Physiker Lothar Hahn zum RSK-Vorsitzenden zu machen, seien an Vorbehalten der Atomkraftwerksbetreiber gescheitert, hieß es in dem Bericht weiter.

Diese Behauptung wies das Umweltministerium jedoch unterdessen zurück. Der zuständige Abteilungsleiter im Umweltministerium, Wolfgang Renneberg, begründete die Personalie nach Angaben von Sitzungsteilnehmern mit einem möglichen Interessenkonflikt Hahns. Unter seiner Leitung habe die GRS den Entwurf für das neue kerntechnische Regelwerk vorgelegt. Dies müsse nun von der RSK bewertet werden. Folglich dürfe der Vorsitzende nicht vorher damit befasst gewesen sein.

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