Weltklimakonferenz

Bali: Kompromiss ohne feste Ziele - Start für weitere Verhandlungen

Die Weltklimakonferenz auf Bali ging nach langen und zähen Verhandlungen mit einem Kompromiss zu Ende. Bis 2009 soll ein ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll ausgehandelt werden. Gerade Umweltschützer sind enttäuscht von den Ergebnissen der Konferenz.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Bali (red) - Die die "Bali Roadmap" legt keine konkreten Zielvorgaben fest. Hauptsächlich hat man beschlossen, über ein neues Klimaabkommen verhandeln zu wollen. Die Kyoto-Staaten hätten sich jedoch untereinander auf schärfere Ziele geeinigt, wie Hans-Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, gegenüber Spiegel Online bestätigte.

Die USA wollte zuerst der Roadmap nicht beitreten. Nach Buhrufen und scharfen Angriffen mehrerer Delegationen gaben sie dann aber ihre Blockadehaltung auf. "Wir treten dem Konsens bei", sagte Paula Dobriansky, Leiterin der US-Delegation, wie Spiegel online weiter berichtet.

Sowohl Industrieländer als auch Entwicklungsländer sollen ihre Anstrengungen für den Klimaschutz verstärken. Die Industrieländer – die USA eingeschlossen – sollen stärkere Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Diese sollen "messbar, dokumentierbar und nachprüfbar" sowie untereinander vergleichbar sein. Auch Entwicklungsländer sollen Maßnahmen zur Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes ergreifen und dabei technologische und finanzielle Unterstützung erhalten.

Merkel zufrieden - Gabriel hatte mehr erhofft

Innerhalb der großen Koalition wird die Klimakonferenz unterschiedlich bewertet. Bundeskanzlerin Merkel nennt diese einen "großen Erfolg", da sie die Grundlage für weitere Verhandlungen sei. Umweltminister Gabriel hat sich jedoch etwas mehr erhofft: "Das Ergebnis von Bali ist weniger, als Deutschland und die EU sich gewünscht hätten. Aber es ist weitaus besser, als angesichts der schwierigen Ausgangslage und der unterschiedlichen Interessen zu erwarten war", sagte er.

Umweltschützer nennen Ergebisse unzureichend

Der BUND nennt das Ergebnis der Weltklimakonferenz enttäuschend. Der Kompromiss der Abschlusserklärung reiche nicht gegen die großen Bedrohungen durch den Klimawandel. Die angeführte Spannweite der CO2-Reduktionen von 25 bis 40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 sei nur akzeptabel, wenn die Industriestaaten die obere Grenze anpeilen, so BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm. Die Bundesregierung dürfe deshalb ihre Vorreiterrolle nicht aufgeben und müsse ungeachtet des Ergebnisses ihre Emissionen um 40 Prozent reduzieren. Timm kritisierte, dass die Delegationen der Vereinigten Staaten und Japans jede Gelegenheit genutzt hätten, die Verhandlungen ins Stocken zu bringen.

Auch der WWF kritisiert insbesondere die Haltung der Amerikaner: "Die internationale Staatengemeinschaft hatte bis zur letzten Minute die USA als Klotz am Bein, deshalb ist man leider nicht weitergekommen", kommentiert Regine Günther vom WWF. Positiv sieht die Oranisation, dass man sich mit 2009 auf ein konkretes Datum geeinigt habe, bis wann das neue Klimaschutzabkommen stehen müsse. Das Mandat von Bali sei ein Bekenntnis der internationalen Staatengemeinschaft, dass der Klimawandel nur gemeinsam zu bewältigen sei.

Als positives Ergebnis bewertet Greenpeace, dass arme Länder Geld erhalten sollen, um sich den Folgen des Klimawandels anzupassen und den Übergang zu sauberer Technik voranzubringen. Allerdings müssen die Industriestaaten diese Mittel noch aufstocken.

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  • Zum Artikel von Spiegel Online