Zusatzbelastungen

Bahn-Wettbewerber sollen mehr für Strom zahlen

Wegen der verlängerten Atomlaufzeiten müssen private Bahnunternehmen einem Zeitungsbericht zufolge ab Anfang 2011 mehr für Strom aus dem Netz der Deutschen Bahn zahlen. Der staatseigene Konzern will die Preise für Energie aus dem Fahrdraht offenbar um sieben Prozent erhöhen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Über die möglicherweise steigenden Strompreise berichtete die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Freitagsausgabe. Grund dafür seien die verlängerten Akw-Laufzeiten und dadurch entstehende "erhebliche Zusatzbelastungen". So führten etwa die Steuer auf Atombrennstoffe, der Aufbau eines Fonds für Ökoenergien und die Nachrüstung von Atommeilern zu zusätzlichen Kosten, zitiert die Zeitung aus einem Schreiben der Bahn an die betroffenen Unternehmen.

Nach Informationen der "Süddeutschen" bezieht die Bahn als größter Stromabnehmer Deutschlands jedoch nur ein Viertel ihres Stroms aus Atommeilern. Der Rest stamme aus Kohlekraftwerken und erneuerbaren Energien; demnach wären höhere Strompreise nur bedingt zu rechtfertigen.

Der Chef des privaten Bahnunternehmens Keolis, Hans Leister, zeigte sich empört. "Damit setzt die DB die Strategie fort, bei ihren Konkurrenten abzukassieren, um die Gewinne aus dem Netz in die Konzernholding abführen zu können", sagte Leister der Zeitung. Die Preiserhöhung sei "ganz klar ein Angriff auf den Wettbewerb".

Das Stromnetz der Deutschen Bahn ist vom restlichen Netz getrennt. Wettbewerber, die für ihre Züge auf diesen Bahnstrom angewiesen sind, müssen daher neben der Nutzung für die Trassen auch für Strom bezahlen.