Entwicklung unter Beobachtung

Bahn schließt Preiserhöhungen wegen Energiekosten nicht aus

Eine Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen, aber steigende Stromkosten sorgen auch bei der Deutschen Bahn für Preiserhöhungsüberlegungen. Bahn-Chef Mehdorn sagte, der Marktpreis für Strom habe seit dem Jahr 2000 um 70 Prozent zugenommen, die Rohstoffpreise für Diesel hätten sich seit 2003 verdoppelt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Deutsche Bahn schließt eine erneute Fahrpreiserhöhung wegen der gestiegenen Energiekosten nicht aus. Aufgrund von Gesetzen und Verordnungen sei die Steuer- und Abgabenlast in diesem Bereich seit 1998 von 224 Millionen Euro auf knapp 380 Millionen Euro im vergangenen Jahr gestiegen, sagte Bahn-Vorstand Hartmut Mehdorn am Mittwoch in Berlin.

Der Marktpreis für Strom habe seit dem Jahr 2000 um 70 Prozent zugenommen, die Rohstoffpreise für Diesel hätten sich seit 2003 verdoppelt, sagte Mehdorn. "Sollte diese Entwicklung anhalten, werden wir reagieren müssen." Es sei zwar "noch keine Entscheidung gefallen", doch man beobachte die Entwicklung in diesem Bereich sehr aufmerksam. Eine Änderung der Preise wäre zu vermeiden, "wenn sich die politischen Rahmenbedingungen ändern", betonte Mehdorn. Er kritisierte insbesondere, dass der Flugverkehr jährlich "allein durch die Befreiung von Mineral- und Ökosteuer einen Wettbewerbsvorteil von 370 Millionen Euro" erhalte.

Die Bahn hatte ihre Fahrpreise zuletzt Mitte Dezember vergangenen Jahres angehoben. Grund seien Strom- und Dieselpreissteigerungen von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, hohe Steuerbelastungen und weniger Bundesmittel für den Nahverkehr gewesen, hieß es vor knapp sechs Monaten zur Begründung.